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Spreewelle 149

Spreewelle – Nr. 154: SUPER NATURAL

  |   2018, Kompilationen

Wenn die Spreewelle vor dem 10. eines Monats erscheint, kann das nur bedeuten, dass es dringend ist. Die 154. Ausgabe – Codename „Super Natural“ – ist die bedingungslose Verehrung dieses plötzlichen, intensiven Sommers, der erstaunlich früh anreist und wohl vorhat, länger bei uns zu bleiben.

 

Rahmenhandlung

Und so geht es in fast jedem Track um Sonne, Sommer, Strahlen. Das betrifft auch die Rahmenhandlung. Denn sowohl Seite 1 als auch Seite 2 werden von „Wann Strahlst Du“ eröffnet. Geschrieben von der Witzbirne Jaques Palminger, seines Zeichens Gründungsmitglied von Studio Braun, aber eben auch ein ausgewiesener Alleskönner, klingt die bereits 2009 veröffentlichte Single wie ein geschmackvoller 70s-Popschlager. Schon seit längerer Zeit sollte das Stück auf die Spreewelle, geriet aber irgendwie immer wieder in Vergessenheit. Da aber unsere aktuelle deutschsprachige Lieblingsband Das Paradies auf der kürzlich erschienenen EP „Die Giraffe Streckt Sich“ eben jene Palminger-Nummer neu interpretierte, gibt es den Song nun auf Seite 1 und 2 jeweils als Opener.



 

Rahmenhandlung #2

Und noch ein Song gibt es gleich zwei Mal auf der Früh-aber-richtig-Sommerwelle – gleichzeitig ist es ihr Namensgeber. Zwischen Dreampop, Beachsounds und Poppunk wandern die Kalifornier von Turnover und haben mit „Super Natural“ einen Super Song gemacht, dessen gesamte Schönheit sich erst in der Akustik-Version entfaltet.
 

 

Hits, Hits, Hits

Mit großer Vorfreude sollte man dem Ende Juni erscheinende neuen Album von Florence + The Machine entgegenfiebern. Der Gruß aus der Küche heißt „Hunger“ und ist ein unverschämt gelungener Superhit. Wie so oft bei den Engländern vereinen sich hier ein interessantes Arrangement, hymnenhafte Melodien und die starke und gleichzeitig zerbrechliche Stimmgewalt von Florence Leontine Mary zu einem luxuriösen Stück Musik.
 

 
Uplifting und gleichzeitig Indie sein, das ist immer ein Grenzgang. Kein Problem ist das seit jeher für die Magic Numbers, die nun endlich ihr neues Album veröffentlicht haben. Bei „Ride Against The Wind“ spürt man den Fahrtwind im Gesicht und freut sich wie ein kleines Kind insgesamt drei Mal auf eine Wahnsinns-Bridge.
 

 
Ebenfalls aus der Kategorie Indie-Hit kommt „Far Away Truths“, die neue Single von Albert Hammond Jr. Mit Innovation hat das zwar nichts zu tun, was da in den 3:30 Minuten passiert, aber es ist halt dieser herrlich rhythmische Indiepop, den nur Hammond so hinbekommt. Kleines Schmankerl übrigens: Der C-Teil ab Minute 2:29 erinnert – höchstwahrscheinlich unbeabsichtigt – frappierend an das Vorspiel vom „Skandal um Rosi“.
 

 
Talking about Hits. Einen solchen hatten Jungle ja mit „Busy Earnin'“ und lieferten gleich noch das beste Modern Soul Album des Jahres 2014 ab. Vier Jahre später wird der Nachfolger erscheinen. Beim Appetizer entschied man sich für „Happy Man“. Ein Song der tragischerweise wie eine exakte Kopie von „Busy Earnin'“ klingt – nur halt mit einem anderen Text. Weil der Erstling aber so ein nachhaltiger Hammer war und weil der warme von den Bee Gees inspirierte Slow-Disco-Sound so gut ins Sommerkonzept passt, darf „Happy Man“ als Bindeglied zwischen Indiepop und Poppop auf der Mitte der ersten Hälfte dienen.
 

 
Einen Ausflug in die Charts unternehmen wir dann mit RAYE. Die aus UK stammende Sängerin mixt mit „Confidence“ einen herrlich prickelnden Pop-Cocktail mit hochsommerlichen Steel Pan Vibes im Refrain. Gibt eigentlich kaum eine Entschuldigung, so etwas lasziv Popkulturelles auf der Spreewelle unterzubringen. Aber zum Glück…
 

 
Ja zum Glück haben Bilderbuch pünktlich 10 Minuten vor Redaktionsschluss ihre neue Single auf die Plattformen gestellt. „Eine Nacht In Manila“ bedient sich einer ganz ähnlichen Instrumentation wie RAYEs „Confidence“ und präsentiert einen extrem luftigen und entspannten Ösi-Sommerhit.
 

 
Und sonst noch? Die neue Single von den Shout Out Louds – ohne Überraschungen aber mit Feelgood-Garantie, neues Material von Parcels, die mittlerweile komplett nach Daft Punk klingen, 60s-Sommer dank der neuen Single von The Kooks, well… und und und.
 
Happy everlasting summer.
 
Coverfoto: Spreewelle/Pexels
 
 

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