Spreewelle – Ausgabe 70

Gepostet von am Februar 21, 2011 in 2011, Kompilationen | Keine Kommentare

Spreewelle – Ausgabe 70

Mal wieder eine runde Sache: Die 70. Ausgabe der Spreewelle ist da. Und damit auch: 39 Songs vom Ende des Winters. Wieder mit vielen Hör- und Herunterladgelegenheiten.

Der Monat begann mit der sehr guten Nachricht, dass das neue Strokes-Album Anfang April erscheint. Ein erstes Ausrufungszeichen fürs Jahr 2011. Damit verbindet sich so ein bisschen die Hoffnung, dass der Rock, der Postpunk, dieses laute Indiegitarrending allen Unkenrufen entgegenwirkt und sich wieder zeigt. Die Februarauslese jedenfalls gibt allen Grund zur Annahme, dass wir ein kleines Comeback der Musik mit der Gitarre zu erwarten haben.

Dabei geht es aber längst nicht mehr ganz so schonungslos naiv und euphorisch-jugendlich zu wie damals 2005 . Alles ist ein bisschen ernster gemeint und in 2011 findet man ernst Gemeintes gar nicht mehr so doof.

Zu diesen Bands zählt zum Beispiel Tunics – selbstredend aus England, aber natürlichst die Größen der Vergangenheit zitierend. Aber eben auch überraschend gut und – das gibt es in unserem Genre nicht häufig – mit einem guten Gespür für einen Spannungsbogen.

Waiting – The Tunics by mantaraymusic

Ein wenig simpler, der Songgedanke hinter “Post Break Up Sex” von den empfehlenswerten “The Vaccinces”. Auch bezogen aufs Arrangement.

The Vaccines – Post Break Up Sex by dwaynenycsuperfresh

Die ganz einfachen Grundregeln für einen guten Song kennen auch die Champions aus. Bitte mal anhören und den Geburtsort der Band raten:

Champions – Changes

Richtig! Natürlich Koblenz! Es ist eine erfreuliche Tatsache, dass in letzter Zeit immer mehr geht, mit guter Musik aus Deutschland – ohne dass man gleich ans Goetheinstitut denkt. Auch wenn es sich beim besagten “Changes” natürlich um intelligentes Phoenix-Ripp-Off handelt. Na und? Solange die kein neues Album veröffentlichen, darf man deren Gitarren-Wiederholungstick doch gern mit seinem eigenem Können verbinden.

Nicht aus Koblenz, sondern aus Mannheim kommt ursprünglich das Quintett ABBY, das jetzt aus nachvollziehbaren Gründen nach Berlin gezogen ist. Auch hier: Ganz ganz feine Musik.

Kann man sich hier herunterladen: http://searchingforabby.com/login

Die eingangs erwähnten Strokes dürfen natürlich nicht fehlen. “Under Cover Of Darkness” heißt das Amuse Gueule, das so klingt:

The Strokes – Under Cover Of Darkness

Seite 2 beginnt mit einer ganz persönlichen, wahrscheinlich viel zu späten Entdeckung. Anni Rossi heisst sie. Kommt aus Chicago. Und macht auf minimal. Leider gibt es “Hatchet”, das mitreißenste und bislang spannendste Stück der Dame nur bei itunes. Bis Ihrs also kauft,

Ein ganz ähnliches Aufstellen der Nackenhaare spürt man bei Metronomy’s “She Wants”. Ein wunderbar saftiger Groove und ein wunderbar aufklarender Refrain, der mit einer göttlichen Bridge eingeleutet wird.

Metronomy – She Wants

Und auch das Video ist ganz elegant:

Ein bißchen mehr Epik legt die siebenköpfige “Kopecky Family” auf. Deren Album ist seit letzten Sommer auf dem Markt. Mit “Disaster” bekommt man einen ganz guten ersten Eindruck, wohin die Reise mit denen hingeht. Das sind alles Zuhörsongs. So im Sinne von Augen zu machen. Und Pause machen. Und richtig konzentrieren drauf. Klingt schlimmer als es ist.

Kopecky Family – Disaster

Dass ich James Blake verehre und dass sein Debutalbum von allen Menschen gekauft werden muss, sollte bekannt sein. Was mich im Februar wieder umgehauen hat, ist seine unglaubliche Vielseitigkeit. Denn: Das ist Seine Stimme!:

James Blake – A Case Of You

Als Vertreter für die drei Country/Folk-Songs, die sich bei der 70 tatsächlich wieder eingeschlichen haben, zum Abschluss noch einmal die in dieser Jahreszeit unvermeidlichen Decemberists.

The Decemberists – January Hymn

CD 1:

The Tunics – Waiting
My Luminaries - Parasol
The Vaccinces - Post Break Up Sex
Champions - Changes
The Strokes - Under Cover Of Darkness
The Thrills - Saturday Night
Nathaniel Rateliff - Shroud
Mads Langer – You’re Not Alone
ABBY – Evelyn
The Radio Dept. – Freddie and the Trojan horse
Balthazar - I’ll Stay Here
Ghost of Tom Joad - Black Musik
The Naked And Famous – Young Blood
Brown Recluse - Memory Museum
Peter, Bjorn and John – Dig A Little Deeper
Neïmo – Echoing Pixels (The Twelves Remix)
Bosco Delrey – Evil Lives (Ad-Rock Remix)
Gramatik - Hit That Jive
Fake Blood – Medieval
Paul Kalkbrenner - Sky And Sand

CD 2:

Anni Rossi – Hatchet
Metronomy - She Wants
Electric Wire Hustle – They Don’t Want
The Pains Of Being Pure At Heart - Lost Saint
Aaron Thompson – Bethany Lane
Forest City Lovers - Tell Me, Cancer
Destroyer - Kaputt
Simone White – Bunny In a Bunny Suit
Junip – The Ghost Of Tom Joad (Bruce Springsteen cover)
Kopecky Family Band – Disaster
James Blake - A Case Of You (Joni Mitchell Cover)
MGMT – Siberian Breaks (Edit)
Noah And The Whale - Wild Thing
Ryan Bingham – The Weary Kind
The Decemberists - January Hymn
The Head And The Heart - Down In The Valley
Sunday Girl – Time to Pretend (MGMT Cover)
Arthur Russell – A Little Lost
Ólafur Arnalds – Fok

Photo Credit: Charly
Photo Location: Chausseestraße/Invalidenstraße

Guttenberg-Special: Die mp3-Fußnoten:

Musicsavage.com
Goldengazelle.com
Indie30.com
Etmusiquepourtous.com
Youaintnopicasso.com

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