Spreewelle – Ausgabe 70
Mal wieder eine runde Sache: Die 70. Ausgabe der Spreewelle ist da. Und damit auch: 39 Songs vom Ende des Winters. Wieder mit vielen Hör- und Herunterladgelegenheiten.
Der Monat begann mit der sehr guten Nachricht, dass das neue Strokes-Album Anfang April erscheint. Ein erstes Ausrufungszeichen fürs Jahr 2011. Damit verbindet sich so ein bisschen die Hoffnung, dass der Rock, der Postpunk, dieses laute Indiegitarrending allen Unkenrufen entgegenwirkt und sich wieder zeigt. Die Februarauslese jedenfalls gibt allen Grund zur Annahme, dass wir ein kleines Comeback der Musik mit der Gitarre zu erwarten haben.
Dabei geht es aber längst nicht mehr ganz so schonungslos naiv und euphorisch-jugendlich zu wie damals 2005 . Alles ist ein bisschen ernster gemeint und in 2011 findet man ernst Gemeintes gar nicht mehr so doof.
Zu diesen Bands zählt zum Beispiel Tunics – selbstredend aus England, aber natürlichst die Größen der Vergangenheit zitierend. Aber eben auch überraschend gut und – das gibt es in unserem Genre nicht häufig – mit einem guten Gespür für einen Spannungsbogen.
Waiting – The Tunics by mantaraymusic
Ein wenig simpler, der Songgedanke hinter “Post Break Up Sex” von den empfehlenswerten “The Vaccinces”. Auch bezogen aufs Arrangement.
The Vaccines – Post Break Up Sex by dwaynenycsuperfresh
Die ganz einfachen Grundregeln für einen guten Song kennen auch die Champions aus. Bitte mal anhören und den Geburtsort der Band raten:
Richtig! Natürlich Koblenz! Es ist eine erfreuliche Tatsache, dass in letzter Zeit immer mehr geht, mit guter Musik aus Deutschland – ohne dass man gleich ans Goetheinstitut denkt. Auch wenn es sich beim besagten “Changes” natürlich um intelligentes Phoenix-Ripp-Off handelt. Na und? Solange die kein neues Album veröffentlichen, darf man deren Gitarren-Wiederholungstick doch gern mit seinem eigenem Können verbinden.
Nicht aus Koblenz, sondern aus Mannheim kommt ursprünglich das Quintett ABBY, das jetzt aus nachvollziehbaren Gründen nach Berlin gezogen ist. Auch hier: Ganz ganz feine Musik.
Kann man sich hier herunterladen: http://searchingforabby.com/login
Die eingangs erwähnten Strokes dürfen natürlich nicht fehlen. “Under Cover Of Darkness” heißt das Amuse Gueule, das so klingt:
The Strokes – Under Cover Of Darkness
Seite 2 beginnt mit einer ganz persönlichen, wahrscheinlich viel zu späten Entdeckung. Anni Rossi heisst sie. Kommt aus Chicago. Und macht auf minimal. Leider gibt es “Hatchet”, das mitreißenste und bislang spannendste Stück der Dame nur bei itunes. Bis Ihrs also kauft,
Ein ganz ähnliches Aufstellen der Nackenhaare spürt man bei Metronomy’s “She Wants”. Ein wunderbar saftiger Groove und ein wunderbar aufklarender Refrain, der mit einer göttlichen Bridge eingeleutet wird.
Und auch das Video ist ganz elegant:
Ein bißchen mehr Epik legt die siebenköpfige “Kopecky Family” auf. Deren Album ist seit letzten Sommer auf dem Markt. Mit “Disaster” bekommt man einen ganz guten ersten Eindruck, wohin die Reise mit denen hingeht. Das sind alles Zuhörsongs. So im Sinne von Augen zu machen. Und Pause machen. Und richtig konzentrieren drauf. Klingt schlimmer als es ist.
Dass ich James Blake verehre und dass sein Debutalbum von allen Menschen gekauft werden muss, sollte bekannt sein. Was mich im Februar wieder umgehauen hat, ist seine unglaubliche Vielseitigkeit. Denn: Das ist Seine Stimme!:
Als Vertreter für die drei Country/Folk-Songs, die sich bei der 70 tatsächlich wieder eingeschlichen haben, zum Abschluss noch einmal die in dieser Jahreszeit unvermeidlichen Decemberists.
The Decemberists – January Hymn
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CD 1:
The Tunics – Waiting |
CD 2:
Anni Rossi – Hatchet |
Photo Credit: Charly
Photo Location: Chausseestraße/Invalidenstraße
Guttenberg-Special: Die mp3-Fußnoten:
Musicsavage.com
Goldengazelle.com
Indie30.com
Etmusiquepourtous.com
Youaintnopicasso.com
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