Spreewelle – Ausgabe 78

Ausgabe 78

» Gepostet von am Dez 16, 2011 in 2011 | Keine Kommentare

Spreewelle – Ausgabe 78

Zum Jahresende noch mal geballte Musikkompetenz. Mit der Spreewelle Nummer 78 – der letzten offiziellen Monatssammlung für 2011. Favouriten: Lana Del Rey, The Black Keys, Darkness Falls, Dillon und Yuck!

“Watching all our friends fall
In and out of Old Paul’s
This is my idea of fun
Playing video games”

Los geht’s mit dem cleveren, eleganten “Car Song”, einer gelungenen Zusammenarbeit von Santigold, von der wir lang nix mehr gehört haben und Spank Rock.

Spank Rock feat. Santigold – Car Song from 13093 on Vimeo.

Dieser Ropop, ist eine gute Einstimmung für den recht ruppigen Soul, den die Black Keys auf ihrem neuen und großartigem Album El Camino. Soul, naja, was heißt Soul. Man könnte es auch Rock Blues nennen. Jedenfalls ist es extrem originell und extrem intellektuell ohne verkopft dabei zu sein. Wirklich fast jeder Song von El Camino klingt so, als hätte es ihn schon immer gegeben – und das ist positiv gemeint.

The Black Keys – Sister

Noch ein Track gefällig, mit dem man nichts falsch machen kann und anerkennende Blicke bekommt von denen, die den Song kennen und von jenen, die sofort wissen wollen, wie er heißt? Wie wär’s hiermit: Friends mit “I’m His Girl” – eigenwillig und eingängig at the same time. Nice!

Friends – I’m His Girl by LuckyNumberMusic

Definitiv auch Material für die 2011-Best-Of-Liste, die es in der nächsten Woche zu erstellen gilt, spielt sicher auch Little Dragon eine Rolle. “Ritual Union” war ein Burner. Das sieht der gute DJ Shadow wohl auch so. Deshalb hat er mit dem kleinen Dragon “Scale It Black” produziert. Lustig auch ein bißchen, weil das Klavier trotz anderer Taktung irgendwie nach “Driving Home For Christmas” erinnert…

DJ Shadow Feat. Little Dragon – Scale It Black

Lana Del Ray ist auch schon notiert für den Blick zurück aufs vergangene Jahr. Vor allem die Power Ballade “Video Games” ist es, die ihr Ruhm und Ehre in allen möglichen wichtigen Blogs einbrachte. Zurecht. Der Song ist so etwas was man einen Instant Classic nennt.

Lana Del Ray – Video Games

Der Song gehört zu einem der meist gecoverten Debütsingles überhaupt. Wie so oft ist da auch viel Mist dabei. Die bislang einzig gültige Bearbeitung gelang Lockah, einem schottischen Produzenten. Er parallelisierte Songtitel und Musik auf ganz vortreffliche Weise, ohne sich dabei vorwerfen lassen zu können, die durchaus treffende Pointe ideenlos umgesetzt zu haben.

Lana Del Ray – Video Games (Lockah Version)

Wir bleiben düster. Mit Darkness Falls – kein besonders toller Name, aber ganz besonders tolle Musik. Und natürlich aus Kopenhagen.

Darkness Falls – The Void

Dass es die Schweden können, wissen wir nicht erst seit Lykke Li. Aber die hat in diesem Jahr wieder ihren festen Platz im Indieherzen. Wer die mal live gesehen hat, ist eh nachhaltig verliebt. Und vergöttert deshalb auch die aktuelle Single.

Lykke Li – Youth Knows No Pain

Was ist eigentlich aus dem guten alten Schraddel Indierock geworden? In 2011 nicht viel. Die Gitarre in die Höhe hielt nur – aber das richtig – Yuck. “Get Away” ist erschreckenderweise die erste Spreewelle-Erwähnung der Band aus London.

Charlotte Gainsbourg bringt rechtzeitig zum Verschenken ihre zweite Platte raus. Dabei handelt es sich – ein bißchen bemüht – um ein Doppelalbum. Fronkophiler Soft-Pop im allerbesten Sinne wird uns da erwarten. Als Vorgeschmack gibt es “Out Of Touch”

Charlotte Gainsbourg – Out Of Touch

Ähnlich vorsichtig zu Beginn, dann aber gewaltiger ist der Song “Division Street” von Ravens & Chimes. Endlich mal wieder ein 5/4tel-Takt im Pop. Sehr stimmungsvall, sehr spannungsvoll, sehr schön.

Ravens & Chimes – Division Street

We Invented Paris heißt ein Künstlerkollektiv, das Basel als seinen Hauptwohnsitz amzugeben scheint. Die machen ganz zauberhafte Musik. Aufmerksam konnte man auf die Band schon bei TVNoir werden. Anlässlich des neuen TVNoir-Samplers ist WIP gleich zweimal vertreten. Einmal mit ihrem sehr radiotauglichen “Iceberg” und einmal mit dem zart-folkigen “Silence”.

We Invented Paris – Silence

So much about this. Wir hören uns in wenigen Tagen wieder. Denn es muss noch vieles ausgewertet werden. Happy Vorweihnachtszeit!

Coverphoto-Location: Berlin, Berlin

 

CD 1:
Spank Rock – Car Song (feat. Santigold)
Whirlpool Productions The Cold Song
The Black Keys – Sister
Friends – I’m His Girl
Mayer Hawthorne – The Walk
Hoodie Allen – James Franco
DJ Shadow Feat. Little Dragon – Scale It Back
Lana Del Rey – Video Games (Lockah Remix)
Darkness Falls – The Void
Kasper Bjørke – Heaven (Nicolas Jaar Remix)
Dillon – Thirteen Thirtyfive
Thees Uhlmann – & Jay-Z singt uns ein Lied (feat. Casper)
Lykke Li – Youth Knows No Pain
Boy – Waitress
Säkert – Fredrik
Phantogram – Don’t Move
SBTRKT – Hold-On (Original Mix)
We Invented Paris – Iceberg
Atomic Swing – Stone Me Into The Groove
Yuck – Get Away
CD 2:
Jack Beauregard – You Drew a Line
Charlotte Gainsbourg – Out Of Touch
Ravens & Chimes – Division Street
Martin And James – Wrong Directions
Starfucker – Dragon Queens
Home Video – A Quiet Place
Ben Howard – Keep Your Head Up
We Invented Paris – Silence
Peter Peter Feat. Cour De Pirate – Tergiverse
Belle And Sebastian – Blue Eyes Of A Millionaire
The Do – Too Insistent
Angus And Julia Stone – All The Colours
Amy Winehouse – Halftime
Lana Del Rey – Video Games
Birdy – The District Sleeps Alone Tonight
Husky – Forever So
Hudson – Against The Grain
Meursault – A Small Stretch of Land
The Roots – Redford

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