J. Lo vs. Kaoma
Mal ein Sample borgen, ist ja kein Problem. Aber das, was Jennifer Lopez unter anderem bei der großen Gottschalk-Ist-Der-Größte-Gala beim leider immer noch nicht letzten “Wetten dass…?” voller Stolz und mit viel Hüftschwung zum Besten gab, war schon eine Frechheit. “On The Floor” heißt der Song, der schon allein wegen des höchst einfältigen Namens weggesperrt gehört. Und nach einer müden, höchst angestrengten Strophe, die sich bereits ausgiebig am trockenen Klangteppich von Pharell Williams-Produktionen bedient, kommt dann irgendwann der Refrain dahergeröhrt. Wahrscheinlich alle Anwesenden in der Stierkampfarena auf Mallorca wurden je aus ihren süßen Träumen geweckt. Die leiernde Melodei, die kennt man doch. Genau. Es handelt sich nämlich um eine 1 zu 1 – Adaption von Kaomas 1989-er Sommerhit “Lambada”, die damals nicht nur ganz Frankreich, sondern auch ganz Deutschland besoffen vor Glück machte. Lusterweise haben auch Kaoma den Song bereits nicht wirklich ganz selbst geschrieben. Die Originalautoren sitzen in Bolivien und haben sich Anfang der 90er Jahre mit Kaoma außergerichtlich geeinigt.
Wie dem auch sei. Dass “On The Floor” jetzt so ganz ohne immer mitmoderierten Verweis auf den Diebstahl laufen darf, ist schon eine Art Frechheit. Der Frau Lopez würde man glatt den Doktor entziehen, wenn sie denn einen hätte. So bliebe nur der Entzug des “J.”s. Dann müsste man sie ab sofort nur noch “Lo” nennen, was ganz gut zu ihrer künstlerischen Qualität passen würde.
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