Neulich im Kindergarten: Die alten Kumpel Jack White und Brendan Benson beschließen, gemeinsam zu spielen und bringen beide ihr Spielzeug mit. Der einen nen Panzer, der andere ein Puppenhaus. Und nun?

Es bitten zu Tisch: Mr. Jack White und Mr. Brendan Benson. So. Jetzt mal überlegen. Wie klingen die noch mal? Achja. Der verrückte Jack hat diesen unverwechselbaren rohen Sound und man hat eigentlich immer das Gefühl, dass jemand den Bass-Boost-Knopf in der Anlage so heftig eingedrückt hat, dass er nie wieder in seinen Ausgangszustand zurückkehren kann. Und der Herr mit der witzigen Alliteration im Namen? Ja, der steht eher für flockigen Pop mit hübschen Arrangement und noch hübscheren Chören. Und die sind jetzt zusammen? Ja, sind sie. Und sie haben sich sogar Verstärkung geholt. Mit den beiden ulkig aussehenden Musikern Patrick Keeler und Jack Lawrence (The Greenhorns) gründen sie 2005 die „Raconteurs“, die in Australien „The Saboteurs“ heißen müssen, weil da sich eine Jazz-Band den Namen schon gesichert hat.

Zu den Dingen selbst. „Broken Boy Soldiers“ ist also das Debüt einer Indie-Supergroup, so vollmundig darf man es schon nennen, wenn sich Benson und White zusammentun. Und es klingt ziemlich gut. Allen voran natürlich die erste Single. „Steady As She Goes“ klingt ziemlich hochprozentig nach den White Stripes und ziemlich wenig nach Benson. Das Verhältnis dreht sich gleich beim zweiten Stück. „Hands“ könnte so auch fast auf Bensons letztem Album erschienen sein. Das Stripige daran ist lediglich der eingangs erwähnte Bass-Boost-Knopf. Und so geht es dann das ganze Album weiter, nur dass das Niveau der ersten beiden, sehr unterschiedlichen Tracks nicht immer gehalten werden kann. Da lamentiert Jack White mit allen ihm zur Verfügung stehenden Tönen in einem Stück und Benson balsamiert kehrtwendend im nächsten Stück. Das klingt jeweils zwar ganz aufregend, wächst aber nicht so richtig zusammen. Mal ist es Fisch, mal ist es Fleisch.

Aber wen stört’s? „Broken Boy Soldiers“ hält einige Überraschungen parat, ist nicht so leicht verdaulich wie Brendan, aber auch nicht so sperrig wie White. Die Zusammenarbeit hat sich also gelohnt.

Bewertung: 7/10

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