Klingt überraschenderweise nicht nach Auto: Mando Diao haben mit „Ode To Orchrasy“ ihr drittes Album veröffentlicht. Und das war nicht zu erwarten: Es ist ihr bisher bester Longplayer.

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Von der britischen Welle bekam wohl keine Band derart viele weibliche Fans ab wie Mando Diao. Die vier Schweden hatten schließlich auch zwei BRAVO-röse Vorzeige Frontmänner zu bieten: Der krächzende Gustav Noren und der lankolische Björn Dixgard. Aber auch wir Männer konnten uns mit der wahnsinnigen energetischen Musik Mando Diaos abfinden, ehrlich gesagt sogar begeistern. Ihre beste Single bleibt – das neue Album in allen Ehren – das wütende „Down In The Past“ und das, obwohl es von ihrer zweiten Platte „Hurrican Bar“ stammt. Ein Album, das wesentlich ruhiger und geschliffener klang als ihr Erstling aus dem Jahr 2003. Mit „Ode To Orchrasy“, das sie in Deutschland bei der Präsentation der Studie der Neuauflage des Scirocco in Berlin erstmals präsentierten, haben sie jetzt ein richtig gutes Werk abgelegt, das alle zufrieden stellt – und viele überrascht.

Es gibt nicht wenige New-Wave-Fans, die Mando Diao schon immer die Kopie unterstellt haben. Nicht nur die Personalien, auch der Klang und das Zusammenspiel erinnern zeitweise an die geliebten Oasis-Brüder. Schließlich pöbelten Björn und Gustav bei ihrer Promotiontour auch noch wie ihre unterstellten Vorbilder: „Wir glauben ehrlich, dass unsere Platte besser ist als alles von The Who, den Kinks oder den Small Faces. Es ist sogar eine rundere Sache als viele Alben der Beatles und der Stones“. Das schafft nicht unbedingt Freunde und ließ befürchten, dass die Schweden jetzt zum Bewerben des neuen Albums noch mal ein paar Kohlen drauflegen.

Doch Glück gehabt. Nicht nur beim Scirocco-Event im irritierenden Automobilkontext, auch aus allen Interviews lässt sich die Entspanntheit herauslesen, die sie auch auf den 14 Stücken den neuen Albums versprühen. Da ist ist die Kraft von „Rock n Roll Is Dead“, der Zug von „Killer Kaczynski“ und der Schmacht von „The New Boy“ – und das alles so wunderbar unverkrampft. Es scheint fast so, als seien Mando Diao auf einen mehrtägigen Workshop gefahren und haben genau untersucht, was sie gut machen und was sie weniger gut machen und wie sie das letzte vom ersten trennen können. Das Ergebnis verwöhnt die Ohren, ist ein wahrer Schmaus. Auch wenn einem einige Melodieverläufe gut bekannt sind – Mando Diao selbst haben sie uns auf den letzten beiden Alben schon mal vorgestellt – die Band schafft es trotzdem mit der einer Frische und einer Energie durchzustarten, dass alles nach Ausdembauchheraus klingt.

Also: Gratulation. Im Vergleich zu fast allen britisch-schwedischen Mitbewerbern, die dieser Tage alle ihre zweite oder dritte Platte auf den Markt werfen, ist es Mando Diao ganz hervorragend gelungen, die Erwartungen zu erfüllen. Mehr noch: Sie haben sie übertroffen.

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