Gut. Gleich zu Beginn vielleicht ein paar Eingeständnisse. Wir waren nicht pünktlich. Haben den eventuell fulminanten Showbeginn nicht mitbekommen. Und darüber hinaus die Vorband verpasst, die ja auch nicht schlecht sein soll.

Das hatte zur Folge, dass der Opener „We Won’t Break“ vom irgendwann erscheindenden neuen Album „Live In My Head“ also unfreiwillig ausgelassen wurde. Den ersten Eindruck bildet deshalb viel zu früh „Grey Day“. Der Sound ist gut: Jonny Blakes Stimme erklingt lupenrein, das Schlagzeug ist sharp, die Gitarre gut gestimmt, der Bass anständig laut. Hmmm, eigentlich alles tip-top. Aber woher kommen diese Zweifel?

Ich bin nicht bei der Sache. Verschwende lange Gedanken daran, dass Zoot Woman eigentlich durchgängig echte Hits im Angebot haben, dass jeder Song eine eingängige und beneidenswerte Hookline hat. Nehme nebenher die Songs an sich wahr: „Living In A Magazin“, „Hope In The Mirror“ und natürlich „It’s Automatic“ – alles makellos. Warum bewegen sich die Beine nicht?

Ein kurzes Lächeln über eine gute Textzeile, ein dezentes Nicken mit dem Kopf für den feisten Break im Refrain, mehr geht aber nicht. Ein unangenehmer kalter Hauch weht permanent von der Bühne. Es wird nicht heiss, nicht mal warm.

Wenn etwas atemberaubend ist an diesem Abend, dann das blitzschnelle Aufeinanderfolgen der Stücke. Das alles geht so geschmiert, so durchgeplant. Nun gilt Professionalität in den seltensten Fällen als ein lauterer Anlass zur Kritik. Doch in diesem Falle sieht die Sache anders aus.

Man merkt das bei den zwei Zugaben. Anders als in den gut anderthalb Stunden zuvor gehorchen die drei Musiker nicht mehr dem Metronom im Ohr und dem Synhiehalbplayback. Es ist dann für 10 Minuten puristisch: Nur Bass, Gitarre, Schlagzeug und Vocals. Und endlich endlich klingt es nach Mensch. Und nur so hätte dann das entstehen können, was ich den ganzen Abend vermisst habe: Einen Grund, meine Jacke zur Garderobe zu geben.

Wikipedia schreibt zu Zoot Woman , dass sie „known“ sind „for their live shows“. Das Fehlen eines Adjektivs in diesem Satz beschreibt eigentlich treffender als alles andere das Problem das man mit Zoot Woman haben kann.

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