Schon die erste Berührung mit Lykke Li war ja schön. „A Little Bit“ hieß die Single, die sich dank im skandinavischen Raum scheinbar immer wieder gut funktionierender Mund-zu-Web-Propaganda auch über die Landesgrenzen Schwedens hinaus Gehör verschafft hat. Ein süßes blondes Mädchen, ein süßes blondes Popstück war das.

Lykke, wie sie Freund nennen dürfen, kann sich nicht ganz alleine auf dem federnd-leichten Lorbeerblatt im Erfolg sonnen. Sie muss sich den Platz teilen, mit Schwedens aktivstem Produzenten. Lasse Mårtén heißt der Mann – ein Name der ihm erstens besser stehen würde und zweitens besser zu schreiben wäre, ist „Herr Raschel“. Denn Lasse kanns nicht lassen. Egal ob bei Peter Bjorn und John oder bei den Shout Out Louds (um nur zwei Referenzen seiner stattlichen Kundenliste zu nennen); Wenn Mårtén an den Reglern sitzt, werden den Instrumenten der musikalischen Früherziehung aka. Egg-Shaker, Triangel oder Klangholz aus der Versenkung auf die Bühne in die vorderste Front gehoben. Perkusiv könnte man also seinen Produktionsstil auch nennen. Was bei den Shout Out Louds irgendwann tatsächlich zu nerven anfängt, passt sich bei Lykke Li wesentlich geschmeidiger an. Den häufig überraschenden Arrangements des Albums „Youth Novels“ steht das zappelige Gerascher und Geklicker ziemlich gut. Wie Streusalz füllen die dezenten Rhytmikübungen die kleine linkische Lücken in Lykke Lis Liedern.

„Youth Novels“ ist insgesamt moderner schlauer Pop. Und hält das Versprechen der ersten Single über die gesamte Spiellänge. Denn mit „I’m Good I’m Gone“, „Dance Dance Dance“ und „Breaking It Up“ gibt es gleich drei Ohrwürmer, die – und das gefällt besonders – nicht aus exakt dem selben Holz/Plastik geschnitzt/geschmolzen sind. Einziger Vorwurf, den Lykke wohl nur schwerlich bekämpfen kann: Ihre säuselndes an Stina Nordenstam erinnerndes Organ kann sich bei häufigem Genuß ähnlich wie bei Sia unangenehm prägnant ins Ohr einritzen.

8/10

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