Den Top Ten ganz nahe. Zu den Enttäuschungen in 2008 zählten Death Cab For Cutie. Da hat man die Tage zur Veröffentlichung im Mai heruntergezählt und wurde dann die elf Lieder lang das Gefühl nicht los, dass Transatlanticism und Plans wohl die Höhepunkte der Leistungskurve der sympathischen – vielleicht schon zu sympathischen Amerikaner markierten. „Narrow Stairs“ jedenfalls klingt irgendwie unentschieden und muss bei den Top 50 leider draußen bleiben.

Mut macht da I Am Kloot. Deren Überalbum war das selbstbetitelte aus dem Jahre 2003. Das darauf folgende „Gods And Monsters“ konnte längst nicht die Hoffnungen erfüllen. 2008 meldeten sich die Engänder zurück – ‚eindrucksvoll‘ heißt es im Pressetext. Und der hat damit sogar recht. Die Band präsentiert ganz unaufgeregte, wunderbare Stückchen Musik – immer melancholisch, immer ein wenig düster und vor allem immer authentisch. Das reichte für die 20. Daran kommt trotzdem keiner ran:

Die Plätze direkt davor belegen die Großstadt-Bands Bonaparte (Berlin) und Vampire Weekend (New York). Beide jung, beide frisch und beide kraftvoll. Bonaparte allerdings drei-vier Schippen crazier. Und das ist höchst erfreulich. Live sollen sie sich ebenfalls lohnen. Und mit „Anti Anti“ steuerten sie sogar eine Hymne bei, die sicherlich mehrere Jahre überleben wird:

Neben Tiger Lou (Konzert: enttäuschend, Platte: rund) und Clueso (na und?), deren ernstes Anliegen gute Musik ist, drängeln sich mit bester Partylaune noch die Kills (auch wegen „Cheap & Cheerful“) und die Cajun Dance Party in die Top 20. Letztere galt für mich als eine der Retter des Indiegitarrenpop, der nach einigen halbherzigen und teilweise richtig schlechten dritten Anläufen bereits etablierter Bands (Dreiklang Bloc Party, Killers, Keane) in 2008 ganz schön geschunden wurde.

Und dann wären da wieder die Frauen. Feist, natürlich Feist – Blog- und Berlin-Liebling. „1 2 3 4“ bis über beide Ohren. Aber eben auch: Lykke Li (Konzert war großartig, Platte ist rund). Bezaubernd und so wohltuend anders was uns da auf „Youth Novels“ an Geräuschen und Melodien erschien.

Das wars: Die Top Ten gibt es morgen/übermorgen.

11. Lykke Li – Youth Novels Lykke Li - Youth Novels (Deluxe Edition)

12. Cajun Dance Party – The Colorful Life Cajun Dance Party - The Colourful Life

13. Feist – The Reminder Feist - The Reminder

14. Clueso – So Sehr Dabei Clueso - So sehr dabei

15. Tiger Lou – A Partial Print Tiger Lou - A Partial Print

16. The Kills – Midnight Boom The Kills - Midnight Boom

17. Vampire Weekend – Vampire Weekend Vampire Weekend - Vampire Weekend

18. Bonaparte – Too Much Bonaparte - Too Much

19. I Am Kloot – Play Moolag Rouge I Am Kloot - I Am Kloot Play Moolah Rouge

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