Schneller ’n Bißchen, ’n Bißchen schneller! Bitteschön. Spreewelle versucht wieder Takt zu halten. Und deshalb kommt Nummer 55 nur 2 Wochen nach Ausgabe 54 – ist aber offiziell noch die Oktoberausgabe, was am 10.11. immer noch verspätet wirkt, aber wie gesagt, langsam kommen wir wieder rein.

Wenn also die Zusammenstellungsphase so geschwind verläuft, könnte man meinen, dass das zu Lasten der Qualität geht. Aber das ist natürlich weit gefehlt. Weil a) liegen zur Zeit eine ganze Menge delikater Tracks auf der hohen Kante und b) ist heißer Herbst – da wird eh immer gern und viel veröffentlicht und die Chancen auf Trüffel liegen hoch.

Los geht’s mit einem Stück, das mich zweiteilt. Just Jack ist ein hervorragender spaßmachender Brite – das steht seit „Starz In Your Eyes“ und einem Konzerterlebnis außer Frage. Jetzt steht sein neues Album zum Download bereit. Beim ersten Durchhören fehlt der große Wurf und so ein bißchen klingt das alles beliebig. Aber da ist ja dieser sonderbare Opener, die erste Single gleich. Die Streicher gesptitzt, die geschichtete Hookline im Anschlag. Und es bleibt auch im Ohr, sofort. Aber es rollt an, aber nicht los. Es verbleibt auf dieser Rampe, funkelnd und größenwahnsinnig zwar, aber doch irgendwie statisch und stoisch. Obwohl der Gedanke mich kurz rammte, dass „Embers“ nerven könnte, gewann die Einsicht, dass der Track ein vorzüglicher Opener ist. Man könnte auch sagen „der Prolog“.

[audio:http://www.audiodrums.com/audio/2009/07/just-jack-01-embers.mp3]

Hin oder her. Die Geigen im Himmel sind die perfekte Überleiung zu La Roux. Der DatA-Remix von „I’m Not Your Toy“ schmiegt sich süß und elektrisierend ins Ohr und sendet deutlich das Signal aus, dass es jetzt wirklh losgeht.

[audio:http://boxstr.net/files/6279841_0ocrw/la_roux_im_not_your_toy_data.mp3]

Bleiben wir dramatisch-elektrisch. Große Gefühle in Bytes und immer schön französisch. Das Pop heißt eine schwedische Band, die scheinbar alle digitalen Franzosen ganz kirre macht. Aeroplane, Yuksek und eben Sebastian reißen sich um sie und wollten sie alle als Tourbegleiter dabei haben. Das beste Remixresultat gelang Sebastian.

[audio:http://www.themegahole.com/Music1/FoolForLove(SebastiAnRemix).mp3]

Nach weiteren Zugaben aus ähnlicher Ecke geht es dann zappelig weiter. Mit Tommy Sparks. „She’s Got Me Dancing“ ist ein Super-Party-Track für jung und alt. Disco-Anleihen und Gaga-Indie wunderbar auf den Punkt gebracht.

[audio:http://musicunderfire.com/wp-content/uploads/2009/08/tommy-sparks-shes-got-me-dancing.mp3]

Da passen dann sehr gut die liebe Asteroids Galaxy Tour zu.

[audio:http://podcast.xs4all.nl/upload/werksman-the_asteroids_galaxy_tour_-_the_sun_ain_t_shining_no_more.mp3]

Und, woran erinnert und die Rhytmusgruppe? Genau! Bass, Gitarre und Drums sind geklaut. Eigentlich böse, DJ-technisch aber gar nicht so wild, kann man auf diese Weise doch hervorragend einen New Entry und einen Klassiker direkt hintereinander abfeuern:

[audio:http://giganticclub.com/audio/seed.mp3]

Ohne abschweifen zu wollen: Hier eine schöne Akustikversion jenes Klassikers:

Und dann zur Abteilung verrückte Frauen. Die kommen gleich in dreifacher Ausführung. Einmal als Spinerette, als Florence And The Machine und als Superpose. Alle drei Tracks rütteln am Bein und zerren am Verstand. Aber sie sind es wert.

In Sonderbadheiden wurde wohl auch „Action Reaction“ von Choir Of Young Believers komponiert. Toll! Crazy! Groß!

[audio:http://storage.comfortradio.org/10-23action.mp3]

Und dann gibt’s den Bruch. Aufgeregtheit ade, hallo Coolness. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nochmal Jamie Cullum einen Startplatz auf CD 1 gebe. 2003 hat er den Sommer versüßt, aber Jazz/Pop – das Thema ist schon ein wenig durch oder? Aber dann legt der unfassbar kleine Jamie ein aufregend großes Rihanna-Cover vor.

Freude! Auch darüber, dass The Hours mit „See The Light“ gerade ein neues Album veröffentlich haben. Harmonisch ohne sich zu verüßen, dass haben sie schon bei ihrem Debut gekonnt – und das stellen sie auch bei „Big Black Hole“ unter Beweis.

[audio:http://earbuds.popdose.com/david/Top%20of%20the%20First/The%20Hours%20-%20Big%20Black%20Hole.mp3]

Indie-Pop fürs große Herz spenden dann auch noch Barcelona und The Working Title, bevor sich CD 1 schließlich mit dem schönen Beatles Cover „Wait“ in der interessanten Kombo Ben Kweller und Albert Hammond Jr. schlafen legt.

[audio:http://www.herohill.com/MP3/12%20Wait%20%28The%20Beatles%20cover%29.mp3]

Auch Air hat ein neues Album draußen. „Love 2“ heißt es und kann sich nicht so recht entscheiden. Viele Ansätze lassen das Naturtalent der Brüder aufblitzen, aber irgendwie fehlt es immer an der Übersetzung der guten Struktur in einen echten Hit. Schön ist es aber allemal. Und „Tropical Disease“ schon wieder so etwas wie ein Prolog für Seite 2.

[audio:http://8106.tv/blog/audio/2009_09/love2/06%20Tropical%20Disease.mp3]

I Was A Cup, die Exlovers und Them Jacks lassen danach ein bißchen Luft ins Schlafzimmer. Auch The Answering Machine flöten herzzerreißendes und gleichzeitig nonchalant ein „I’m Not Interested“ in die Welt. Trotzig und ehrlich klingt das.

Dann ein weiteres herrliches Cover. Lieblingsband Maximo Park vergreifen sich neuerdings sehr gerne an Plastikpop und geben hallend-hohlen Lyrics scheinbar plastisch-tiefe Bedeutung.

http://hypem.com/track/824731/Maximo+Park+-+Miss+Independent

Wer den November mag, der hat Freude mit den viel weniger witzigen folgenden drei Tracks: Oi Va Voi mit „Everytime“, Lisa Mitchel mit „Valium“ und die vorgezogenen Decemberists mit „Sleepless“.

Eine große Ballade steuern dann noch die Black Heart Processions bei. „Drugs“ hält was der Titel verspricht. Hier kann man sich formidabel seine eigene Depression zusammenbasteln, falls man bislang verschont blieb.

Die diesmal sehr detaillierte Beschreibung möchte ich schließen mit einem Beitrag von den Strokes, die unbedingt bitte mal wieder ein Album herausbringen sollten. Wenn sie das nicht tun, bleibt ja wenig übrig als im Back-Katalog zu stöbern. Und da stößt man hier und da immer mal wieder auf Kostbares. Zum Beispiel auf diese wirklich anbetenswürdige Demoversion von „I’ll Try Anything Once“!

[audio:http://www.theworldforgot.com/twf/mp3/Strokes%20-%20I%27ll%20Try%20Anything%20Once%20(You%20Only%20Live%20Once%20Demo).mp3]
CD 1:
Just Jack – Embers
La Roux – I’m Not Yout Toy (Data Remix)
Das Pop – Fool For Love (Sebastian Remix)
Secret Handshake – Summer of 98
The Electric Soft Parade – If That’s The Case Then I Don’t Know
Tommy Sparks – She’s Got Me Dancing
The Asteroids Galaxy Tour – The Sun Ain‘ t Shining No More
Superpose – Sorry
Spinnerette – Ghetto Love
Florence And The Machine – Kiss With A Fist
Choir Of Young Believers – Action Reaction
Jamie Cullum – Don’t Stop He Music
The Hours – Big Black Hole
Red Light Company – Meccano
Barcelona – The Takers
The Working Title – You Should Know
Bits – Conformismo
Trevor Giuliani – Wasting Your Town
GoodBooks – Leni
Ben Kweller And Albert Hammon Jr – Wait

CD 2:
Air – Tropical Disease
Jamie Cullum – If I Ruled The World
I Was A Cub Scout – Lucean
Exlovers – You Forget So Easily
Them Jacks – Out of Your Head
The Answering Machine – The Information
Maximo Park- Miss Independent
Oi Va Voi – Every Time
Lisa Mitchell – Valium
The Decemberists – Sleepless
Air Castles – Quietly
Additional Moog – Harmonica Fuel
The Back Heart Procession – Drugs
The Strokes – I’ll Try Anything Once (You Only Live Once Demo)
Porcupine Tree – Lazarus (Live Acoustic)
Owen – Ugly On The Inside

Photo-Location: Plänterwald


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