Das neue Jahr ist da. Man könnte auch sagen „Ouh Year“. Denn wie so oft im Januar prasselt es interessante Neuveröffentlichungen und das zusammenklauben von kompilationswürdigen Tracks fällt so leicht wie es schwer fällt dieses Wetter toll zu finden.

Man muss schon gut überleben, wem erlaubt wird auf der glitzernden Schneedecke die ersten Spuren hinterlassen darf. Die Wahl viel auf Darwin Deez. Dem New Yorker liegen die Indieblogs in Amerika bereits zu Füßen, was wir begrüßen. Denn sein erfrischender Beitrag „Constellations“ ist so einer dieser Titel, die sofort funktionieren.

[audio:http://theneedledrop.info/mp3/darwindeezConstellations.mp3] Infos: The Needle Drop

Electro, ohne sich zu verregeln, Disco ohne sich zu langweilen – das waren die großen Trends aus dem letzten Quartal 2009. Und genau da geht’s auch weiter. Mit Theophilus London zum Beispiel. Wer hätte gedacht, dass so viel Soul wieder erlaubt ist.

[audio:http://themahoganyblog.com/audio/Theophilus%20London%20-%20Humdrum%20Town.mp3] Infos: The Mahogany Blog

Genau so Hot Chip. Die Skepsis war groß. Ihre letzte Veröffentlichung war nur so naja und dann lassen die Herren Nerds nicht mal zwei Jahre verstreichen und drängeln sich dieser Tage ganz aufgeregt in die Berichterstattung der Musikjournalie. Alles, was bislang von ihrem neuen Album zu hören ist, überrascht aber positiv. Mit viel Gefühl, mit viel Hit. Den Vorgeschmack „Take It In“ gibt’s an jeder Ecke im Internet als Promo geschenkt. Achja, oder :

[audio:http://www.audiodrums.com/audio/2009/11/Hot_Chip_Take_It_In_.mp3] Infos: Indieshuffle

Diesen erfreulichen Trend, elektronische Musik auch warm zu präsentieren, haben im letzten Jahr auch unter anderem Empire Of The Sun gesetzt. Die überarbeitete Version von „Without You“ gibt’s hier und ist neben Handschuhen und Schal ein wichtiges Accessoire, um durch diesen Winter zu kommen.

Und nun zu meinem aktuellen Lieblings- CRAZY TUNE. Die Band heißt Everything Everything. Und der Track „My Kz Ur Bf“ – und er ist Arrangement-technisch eine Offenbarung. Ein wilder Cocktailvon einem Song. Mindestens vier unterschiedliche Hooklines, die alle für sich anbetenswürdig sind! Im Frühling kommt das Album. Ich prophezeie eine große Zukunft. Anhören!

Zu den vielen heiß erwarteten neuen Album gehört sicher das neue Werk von den Shout Out Louds. Musik für Vierzigjährige? Ja, vielleicht. Aber irgendwann muss man ja mal erwachsen werden. „Fall Hard“ trägt jedenfalls diese wunderbare leichte Melancholie in sich, für die man die SOL schon auf den Vorgänger-Alben liebte. „Work“ erscheint im Februar und man sollte es erwerben.

[audio:http://stream.punkreas.org/Shout_Out_Louds_-_Fall_Hard.mp3] Infos: The Indie Music DB

Auch die Cold War Kids veröffentlich dieser Tage ein neues Album. Daher stammt auch „Audience“ – und das macht Vorfreude. Denn es geht gradliniger durch den Raum als alles, was die Kinder bislang – wenn auch von der Kritik geliebt – bislang zu Stande brachten.

[audio:http://rcrdlbl_tracks.s3.amazonaws.com/cms/rcrdlbl/tracks/1945bedc699dddbf072843e9f6f8175c.mp3] Infos: RCRDLBL

Der aufmerksame Leser hat vielleicht mitbekommen, dass die SPREEWELLE eine gewisse Affinität zu einer britischen Band namens Maximo Park in sich trägt. Umso verwunderlicher, dass es immer mal wieder gelingt, einen Track zu finden, der noch nicht die große weite Welt gesehen hat. So wie zum Beispiel dieses Remake von „I Want You To Stay“. Man zeige mir einen ähnlichen Fall, in dem die Vocals 1:1 belassen wurden, und drumherum ein komplett anderes Arrangement, komplett neue Harminien geflochten wurden und im Ergebnis eine solche Sternstunde herauskommt wie hier. Ich bin baff.

Als letztes geht es in der ersten Hälfte der 58. Ausgabe der Spreewelle ins 70er Jahre-Spaßbad. Zum Beispiel mit diesem arschwackelnden Prunkstück von Database vs. French Horn Rebellion:

[audio:http://files.earmilk.com/upload/mp3/03%20Beaches%20and%20Friends%20%28The%20Twelves%20Remix%29.mp3] Infos: Earmilk

Oder mit der feucht-fröhlichen Adaption des Evergreens „Blister In The Sun“ von der eigentlich ja totgehörten Nouvelle Vague

Oder mit den Raveonettes, die unentschuldbarerweise in der Spreewelle Jahresendabrechnung vergessen wurden:

[audio:http://soundbites.typepad.com/files/18_raveonettes_breakingintocars.mp3] Infos: Soundbites
Noch einen kleinen Schlenker in die 60s gefällig? Auch die phänomenäe Handclap Band steuert mit „15 to 20“ CRAZY DANCE-Material bei. Verrückt und Feel Good:

[audio:http://aolradio.podcast.aol.com/aolmusic/mp3s/The_Phenomenal_Handclap_Band_15_to_20.mp3]

Und wenn wir schon so gut gelaunt sind, gehts zuletzt nochmal in die Neuzeit. Mit viel Uffie (und einer begrüßenswert ironischen „Cobrastyle“-Adaption der Teddybears) und ein bißchen Robyn:

[audio:https://dl.dropbox.com/u/3261702/Cobrastyle%20(RAC%20Remix).mp3] [audio:http://markmizzles.whyprime.com/uffie/Uffie%20-%20Pop%20the%20Glock%20EP/01%20-%20Pop%20the%20Glock.mp3] Infos: Mark Mizzles

Die Seite zwei beginnt mit Massive Attack, ein Bandprojekt, das durch die Überdudelei ihrer „Teardrops“ so ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Doch jetzt machen sie Tam Tam. Tam 1 wegen ihres neuen Albums. Tam 2 wegen des Videos zu ihrer neuen Single. Das ist wirklich lohnenswert zu sehen und ein bißchen Schweinkram. Logisch, dass Youtube da nicht mitmacht. Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn es nicht auch ohne Youtube auskommen könnte.

Für die weiche Seite der Spreewelle gab es im Januar nicht ganz so viele brandaktuelle Beiträge. Aber einige gute Nachgereichte. Zum Beispiel die bislang beste Coverversion von Chris Isaaks „Wicked Game“. Die kommt von den Exlovers und ist gut und glaubwürdig.

[audio:http://ohinvertedworldclub.files.wordpress.com/2010/01/exlovers-wicked-game.mp3] Infos: Oh Inverted World Club

Aber auch: Frightened Rabbit, Midlake, Tegan & Sara, Laura Veirs, Greg Laswell, Marie Dahl oder Piano Magic.

Zum Abschluss: Wenn Bat For Lashes letztes Jahr den Kompilierer mit einem eigenen Song ehrte, tut das im Gegenzug auch mal die Spreewelle und ehrt einen treuen Fan – vielleicht wird das ja eine Art Song-Kolumne in den kommenden Monaten? Also Indiebands: Immer schön Songs schreiben, die den Vornamen von netten Menschen tragen!

[audio:http://www.herohill.com/MP3/03%20Sarah%20%28free%20download%29.mp3] Infos: Herohill

CD 1:
Darwin Deez – Constellations
Theophilus London – Humdrum Town
Hot Chip – Take It In
Empire Of The Sun – Without You (New Version)
Everything Everything – My Kz Yr Bf
Motopony – King Of Diamonds
Shout Out Louds – Fall Hard
Cold War Kids – Audience
Maximo Park – I Want You to Stay (Field Music Mix)
Bluejuice – Head of The Hawk
Metric – Help I’m Alive
Julian Casablancas – 11th Dimension
Database vs. French Horn Rebellion – Beaches and Friends (The Twelves Remix)
Nouvelle Vague – Blister in the Sun (Violent Femmes)
The Raveonettes – Breaking Into Cars
The Phenomenal Handclap Band – 15 To 20
Dirty Projectors – Stillness Is The Move
Robyn – Cobrastyle (Teddybears Cover, RAC Remix) – Robyn
Uffie – Pop The Glock
Athlete – Light The Way

CD 2:
Massive Attack – Paradise Circus
Phoenix – Holdin‘ On Together
Tegan And Sara – Like O Like
Kid Dakota – Ten Thousand Lakes
Laura Veirs – July Flame
Midlake – Acts Of Man
Andrew Bird – The Giant Of Illinois (The Handsome Family)
Bodi Bill – Very Small
Athlete – Rubik’s Cube
Marie Dahl – Chart of Sins
Exlovers – Wicked Game
Maximo Park – Questing, Not Coasting (Acoustic)
Frightened Rabbit – Behave
Greg Laswell – Your Ghost (Kristin Hersh)
The National – So Far Around The Bend
Piano Magic – You Never Loved This City
Digits – Sarah
Joshua Radin – Winter
Josh Rouse – Snowfall

Cover-Photo: Charly


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