Die Spreewelle für den Serbst bzw. den Hommer – diese Zeit between the seasons, die ein bißchen Rechtfertigung für den verkorksten Sommer war. Ausgabe 76 – die Septemberausgabe – vereint schon auf Seite 1 das Konzentrat der Musiktrends des Jahrgangs 11.

„Take you and the sun
to promised lands
to show you everyone
it’s the time of the season for loving“



Ein Trend, der erst noch einer wird:  Electrockabily – oder wie man auch immer die nicht unlogische Verknüpfung von Electro und Rockabily heißen sollte. Vorreiter sind hier die aus New Orleans stammenden Generationals. Zwischen kühn und kühl klingen die ersten Tracks des Duos.
Generationals – Ten Twenty Ten


Gar nicht so weit davon entfernt ist The Love Language – ein Projekt, das sich ebenfalls mit Lo-Fi-Pop beschäftigt und so derbe scheppert, das man tatsächlich erstmal nachschlagen muß, ob es sich hierbei wirklich um eine Band dieses Jahrtausend handelt.
The Love Language – Lalita


Der Oldie-Schwenk wird standesgemäß beendet, mit einem unauffälligen Remix des Zombie-Klassikers „Time Of The Season“ – und bildet dabei gleichzeitig die Brücke zum zweiten Block: Zur Rückkehr des Hiphop.
The Zombies – Time Of The Season


Und dann wird ohne Rücksicht auf Verluste gehiphopt – dank HBOs How To Make It In America ist das ja auch wieder völlig salonfähig geworden. Mit Frank Ocean zum Beispiel oder mit Das Racist. Dessen Billy Joel-Cover „You Oughta Know“ klingt sehr logisch, geht allerdings nach dem dritten Durchgang auch ein bißchen auf die Nerven.
Das Racist – You Oughta Know


Wer übrigens Lust hat auf mehr Billy Joel-Cover hat, der sollte sich hier mal umsehen. Bei aller Grundskepsis, die man diesem Mann zurecht entgegenbringt, bleibt er trotz allem einer der größten Songwriter Amerikas – auch wenn seine besten Tage deutlich hinter ihm liegen.
Dann geht’s in die freundlicher gestimmte Elektronik-Abteilung. Mit Monarchy und ihrem versöhnlich klingenden „You Don’t Want To Dance With Me“, dann aber auch mit den beiden sehr aggressiven Tanzflächenfüllern in spe „Black Ferrari“ von Das Tapes (Das „Das“ ist das neue „The“) und das zunächst etwas stumpf klingende, aber durchaus griffige und nicht unblöde „20 Seconds“ von den Young Professionals.


Das Tapes – Black Ferrari
The Young Professionals – 20 Seconds


Schon jetzt zu den Top 5-Bands in 2011 zähle ich Metronomy. Die haben gerade erst ihr zweites Album rausgebracht. „The English Riviera“ heißt es und ist – durchaus bemerkenswerterwweise – deutlich besser als ihr Debut. Schon „She Wants“, die erste Single aus ihrem 2011er Album war pures Gold. „Heartbreaker“ ist ebenfalls ein Hit, allerdings mit einer sonderbaren bräsigen Stimmung.
Metronomy – Heartbreaker


Metronomys Sound ist eine ungewöhnlich Mixtur aus allen möglichen Indieelectronica-Einflüssen, hat dabei aber nix mit dem Dubstep zu tun, der sich schon in der dritten Kompilation in Folge auf der Spreewelle breit macht. Diesmal mit den Standesvertretern SBTRKT, deren „Something Goes Right“ den genretypischen Tiefenbass im Angebot hat, von seiner Songstruktur aber durchaus auch einem Mike Snow zuzutrauen gewesen wäre. Aber der macht ja dieses Jahr Urlaub.
SBTRKT – Something Goes Right (ft. Sampha)


Zur Seite 1 noch abschließend zwei Davids: Das herrlich altmodisch dunkelrockige „Wolves At The Door“ von David Bazan und das großgestige „Hidden Ground“ von David’s Lyre – da gibt es endlich ein neues Album.
David Bazan – Wolves At The Door


Auf der Seite 2 geht es ungewohnt ruckelig, nervös und gleichzeitig meditativ zu – fast ein bißchen björkig. Lustig, auf welchen Wegen es manchmal Songs in die finale Monatsliste schaffen. „Chase No Face“ von Bell fiel im Kontext eines Facebook-Hinweises auf einen Artikel über den Stand der Technik zum Klonen von Gesichtszügen auf.



Dann die andere Seite des Post-Dubstep-Hypes: Denn auch R’n’B darf neurdings ins Indiegenre tröpfeln. Zwei gute Beispiele dafür sind dafür das betörende, layed-backe „Stranger“von Jhene Aiko und das ziemliche protzige „The Morning“ von The Weeknd.
Jhene Aiko – Stranger


Daneben gibt es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer butterweiche Tracks in der melancholischen zweiten Hälfte. Aber sehr selbst!
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Seite 1

 

[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • International Pony La Moda
  • TV Girl Benny and the Jetts
  • The Love Language Lalita
  • Generationals Ten-Twenty-Ten
  • The Zombies Time of The Season (DJ COBRA REMIX)
  • Frank Ocean Songs For Women
  • Das Racist You Oughta Know
  • Murs Remember 2 Forget
  • Monarchy You Don’t Want to Dance With Me
  • Das Tapes Black Ferrari
  • The Young Professionals 20 Seconds
  • Metronomy Heartbreaker
  • SBTRKT Something Goes Right
  • Capital Cities Safe and Sound
  • Los Campesinos! By Your Hand
  • David Bazan Wolves At The Door
  • AM & Shawn Lee Somebody Like You
  • David’s Lyre Hidden Ground
  • Oberhofer Gotta Go
  • Vismets Wasted Party
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Seite 2

 

[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Bell Chase No Face
  • Jhene Aiko Stranger
  • The Weeknd The Morning
  • M83 Midnight City
  • Washed Out Amor Fati
  • Apparat Komponent (Remix by Telefon Tel Aviv)
  • Bon Iver Beth/Rest (Solo Piano Version)
  • The Antlers I Don’t Want Love
  • Portugal The Man So American
  • The National Exile Vilify
  • Obadiah Parker Hey Ya
  • Ozark Henry Black Hole Sun
  • Frightened Rabbit Learned Your Name
  • Lucy Rose Scar
  • Amazing In Bed Circle (feat Aji Gergaji)
  • Destroyer Chinatown
  • Milow Ayo Technology
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