Auch wenn zu Ostern der Frühling sich noch schüchtern in den Winter-Mittags-Schlaf verzieht, im Grund ist er da wo er hingehört, nämlich hier. Und daran gibt es keinen Zweifel mehr.


Die 83. Spreewelle erscheint pünktlich zum Osterfest und damit gerade mal 8 Tage zu spät. Aber irgendwie auch gut so. Denn in gleich drei Fällen gab es den jeweiligen Track noch gar nicht zu kaufen. Die Soundcloud-Veröffentlichung geschieht immer früher. Und so muss man sich manchmal den Wecker stellen, um den Song, den man mal vor Urzeiten, also ca. 2 WOchen, via Soundcloud irgendwie auf sein Abspielgerät gerettet hat, nun auch in besserer als in 128-er-Qualität herunterzuladen und pflichtbewußt damit die eigentlich nicht ganz legale Vorabversion ersetzt.


So allerdings nicht geschehen bei Jonquil. Diese unglaublich sympathische Band aus Oxford hat ihr neues Album bereits seit Anfang Februar draußen. Der Hit ist „It’s My Part“. Ein wirklich gelungenes Stück Popmusik. Es beginnt verspielt, hibbelig und unkonventionell. Aber dann. Dann kommt dieser warme Refrain, mit den eleganten Keyboard-Harmonien, die ein hübsches Gegenbild zu den aufgekratzten Gitarren vom Strophenbeginn bilden und wie ein weiches Bett für die Vocals funktionieren. Jonquil sind irgendwie liebenswert. Auch weil sie sowas von überhaupt kein Internettrend sind. Das merkt man, wenn man mal versucht, was über sie in diesem Internet zu finden.



Am 20. April ist ja wieder CRAZYDANCE. Dieses Mal im Naherholung Sternchen und Spreewelle-Fans sind selbstverständlich eingeladen. Besonders freue ich mich daraauf Totally Enormous Extinct Dinosaurs aufzulegen und die Reaktion des Publikums abzuwarten. Denn der Track ist eigentlich unglaublich zwingend: Knackige Produktion, feine Beats und ein Duett (was ja eh voll im Trend liegt). Projektkopf Orlando Higginbottom hat nicht nur einen lustigen Namen, er kommt auch noch aus Oxfordshire und klingt Just Jack zum Verwechseln ähnlich.



Das es noch auf mindestens zwei kommenden Spreewellen Musik von Miike Snow geben wird, hängt mit der Hitlastigkeit seines gerade erschienenden Albums zusammen. Auch wenn über die gesamte Strecke die marschmäßige Sneardrum, in dessen Klang sich die Band scheinbar besonders verliebt hat, ein wenig nervt, ist auch „Devils Work“ wieder ein glänzender Beweis, wie man Tanzmusik dramatisch und spannend gestalten kann.



Ein wenig simpler gestrickt, aber dafür ziemlich direkt in das Gesicht, um es mal vornehm auszudrücken: Capital Cities aus L.A. „Kangaroo Court“ heißt der Track, der zwar nicht innovativ aber haftend ist.



Richtig die Schuhe zieht es einem aber bei „Time To Dance“ aus, der neuen Single von den Shoes. Da gibt es auch einen sehr verstörenden Film zu, den ich hier mal nicht verlinke, weil mir die Musik in diesem Fall mehr am Herzen liegt. Denn „Time To Dance“ bestehet eigentlich nur aus einer sonderbaren Klavierphrase, die bis zum geht nicht wiederholt wird, um dann noch ein paar mal mehr wiederholt zu werden. Es braucht dann auch nur einen Durchgang, und schon möchte man am Ende nur noch eins: Das sich diese sonderbare Klavierphrase bitte noch einmal wiederholt. Also drückt man auf Replay. Wer solch ein Verhalten beim Rezipienten verursachen kann, der hat gerade ein Pophit geschrieben. Da hätte es den Justice-Kinderchor gar nicht für gebraucht.



Zwar gibt es mit Olli Schulz und Vierkanttretlager gleich zwei deutsche Vertreter auf der aktuellen Spreewelle, eingegangen werden muss aber auf den dritten. Auf Nias. Aus Berlin. Die haben erst 830 Fans auf Facebook, was ein ziemlicher Skandal ist. Denn ihr vor zwei Wochen erschienenes Debutalbum „Nias“ zeigt, dass es sich hier um eine dieser Band handelt, die man dafür lobt, dass sie nicht deutsch klingen.



So rockig geworden, kommt dann was kommen muss: Die neue Single von Maximo Park. Zwischen „Quicken The Heart“ und „National Health“ werden drei Jahre liegen. Eigentlich gar nicht so viel. Das Problem nur: Die Zeit zwischen dem letzten wirklich guten Album und ihrem neuen Werk ist länger und deshalb sind die Hoffnungen auch groß, dass es die Band um Paul Smith so getan hat wie die Ting Tings. Die haben mit viel Bohei und einer ziemlich verkopften Attitüde ein Konzeptalbum in Berlin aufgenommen, nur um es dann anschließend komplett in die Tone zu treten und noch einmal neu anzufangen. Laut Interview haben MP für The National Health einen ähnlichen Prozess durchgemacht und sind zum Schluß gekommen, dann doch wieder das zu machen, wovon sie selbst glauben, es am besten zu können. „National Health“ ist nun der Vorbote zum im Juni erscheinenden gleichnamigen Album. Und es klingt wie ein Beweis. Hier gibt es keine großen Überraschungen, aber durchaus mehr als Routine. Der Song ist ein ziemlich ungestümer Wirbelwind. Und klingt interessanter und mitreißender als jeder einzelne Track von Quicken The Heart.



Der Opener der Seite zwei ist das saucoole „American Daydream“ von Electric Guests aus L.A.



Ebenfalls aus der Kategorie „saucool“: Chet Faker, der vor ein paar Monaten mit einer Coverversion von No Digity auf sich aufmerksam machte. „I’m Into You“ ist noch dreimal besser. Gibt es aber leider noch nirgendwo zu kaufen.



Wo wir schon so ungewohnt mit einem Bein im Hiphop stehen (vor allem auf Seite 2!), passt Niia natürlich glänzend dazu.



Gibt ja Menschen, die halten von Super700 nicht viel. Schon seit ein paar Jahren gilt die Band als Berliner Indiehoffnung. Heuer, im April 2012 erscheint ihr drittes Album „Under The No Sky“. Und es ist auch über die komplette Länge sehr zu empfehlen. Ohja. Mehr noch als die auch nicht schlechten Vorgänger. Und das liegt vor allem daran, dass sich die Band ein wenig zurechtgeschrumpft hat. Personell und soundästhetisch. Die Arrangements klingen weitaus klarer, kompakter, konzentrierter. Und „Decent Snow“ hat einen Refrain, der einfach himmlisch ist.



Zuletzt noch die Coverversion des Monats. Mrs Bishop verwandeln die The Hives-Nummer „Hate To Say I Told You So“ höchst geschickt in eine sakrale, soulige Trauerweide!

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[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Jonquil It’s My Part
  • Totally Enormous Extinct Dinosaurs Garden
  • Miike Snow Devil’s Work
  • Geographer Lover’s Game
  • Capital Cities Kangaroo Court
  • Yuksek Off The Wall
  • Gemini Club By Surprise
  • The Shoes Time to Dance
  • The Asteroids Galaxy Tour Heart Attack
  • Kasabian Goodbye Kiss
  • NIAS She Would
  • The Maccabees Feel To Follow
  • White Rabbits Temporary
  • Maximo Park The National Health 128
  • Vierkanttretlager Das neue Gold
  • Olli Schulz Wenn es gut ist
  • Of Monsters And Men Little Talks
  • WhoMadeWho Below The Cherry Moon
  • Regina Spektor All The Rowboats
  • The Ting Tings One By One
[/unordered_list]

Seite 2

 

[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Electric Guest American Daydream
  • Chat Faker I’m Into You 128
  • Niia BTSTU (Jai Paul Cover)
  • The Shins It’s Only Life
  • Super700 Decent Snow
  • Violens Der Microarc
  • The Neighbourhood Sweater Weather
  • Lady Danville Kids
  • Oliver Koletzki feat. Fran Still (Acoustic Version)
  • S. Carey Broken
  • Alexi Murdoch Wait
  • Five Mile Town Saturated
  • Chromatics Into The Black
  • Tokyo Police Club Tessalate
  • Guts What Is Love
  • Lucy Rose Red Face
  • Ane Brun Stop (feat. Liv Widell)
  • Mrs. Bishop Hate to Say I Told You So (The Hives cover)
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