Neulich hab ich irgendwie gelesen, dass das Wetter des Herbstes in der Wahrnehmung der Menschen meist überdurchschnittlich gut abschneidet. Grund hierfür sei, dass man im Gegensatz zu allen anderen Jahreszeiten an den Herbst keinerlei Erwartungen hat. Und die sich dann übererfüllen.


Ganz interessant, leider traf das bislang für den 2012-er Herbst nicht zu. Aber was reden wir übers Wetter. Reden wir doch lieber über Musik. Und fangen wir gleich mit einer tatsächlichen Herbsthymne an, die sich erst nach und nach durchgesetzt hat sich immer wieder mit vom Unterbewußtsein vehement geäußerten Vorbehalten auseinandersetzen musste. Aber nun hat sie’s doch geschafft. die Gebrüder Mumford & Sons, die im Windschatten der Fleet Foxes 2009 groß geworden sind und sich in diesem Jahr ordentlich in den Vordergrund gespielt haben und grade eifrig US-Chartrekorde knacken.


„I Will Wait“ ist eingängig. Sehr eingängig. Und darin liegt ja auch immer ein bißchen die Gefahr. Jedenfalls, wenn Banjos im Spiel sind. Aber das Stück schafft es, trotzdem ein paar Synapsen aufgeregt an Cotton-Eye-Joe denken, voll zu überzeugen. Mich vor allem aufgrund der durchdachten Text/Arrangement-Parallele. Heißt es doch im Refrain immer wieder „I Will Wait“ und folgerichtig hält der Country-Zug für einen Moment stotternd an, um kurz darauf seine Fahrt wieder aufzunehmen.
Mumford & Sons – I Will Wait (Thx: Earmilk)


Ganz anders das Debut des Monats. Das sechsköpfige Pop-Elektronic-Projekt Alpine aus Down Under reduziert alles was geht und kommt am Ende mit einer nett-animierten Gitarre und dürren Vocals heraus. Das gewinnt zwar keinen Originalisätsperis, ist aber catchy und das haben wir ja gern.
Alpine – Gasoline (Thx: Earmilk)


A.C. Newman, Frontman der New Pornographers, bringt dieser Tage sein drittes Soloalbum heraus. Man darf sehr gespannt sein, ob der Longplayer das hält, was die erste Single verspricht. Bei „Not Talking“ kommt all das zusammen, was man am Kanadier zu schätzen weiß: Sein goldenes Kehlchen, sein Gespür für die große Geste und seine weltumarmende Instrumentation. Ein dreieinhalb Minuten langer Säufzer.
A.C. Newman – Not Talking (Thx: Matador Records)


Dass das neue Bloc Party Album toll ist, deutete sich bereits durch die sehr stimmungsvolle Ballade „Four“ an, die per Soundcloud zu Werbezwecken vor Release dem Nullerjahrevermisser zur Verfügung gestellt wurde – und die zweite Seite der Spreewelle 87 eröffnete. Auf Albumlänge wird man konfrontiert mit ziemlich harten bis knallharten Gitarrenriffs, die scheinbar deutlich machen wollen, dass man nicht gewillt ist, wenigstens komplett zum Sound der ersten beiden Alben zurückzukehren, sondern sich, wie es die Bandgeschichte will, „weiterentwickelt“. Das ist aller Ehren wert, aber deshalb natürlich nicht immer automatisch super. Großartig hingegen ist – neben drei vier anderen Stücken – „Real Talk“. Was 2011 das Saxophon war, ist 2012 vielleicht das Banjo. Denn das ist der Störfaktor in dieser kleinen aufregenden, extrem rhythmischen Mid-Tempo Ballade, die ich hiermit offiziell zu einem der drei besten jemals veröffentlichten Bloc Party-Songs zähle. So.
Bloc Party – Real Talk (Thx: Hillydilly.com)


Der gute Jens Lekman hat auch ein neues und wie immer entzückendes Album veröffentlicht. „I Know What Love Isn’t“ heißt wie immer klug die Platte und sie enthält – auch wie immer – keine Enttäuschungen, sondern fast schon streberhaft gutes Songwriting. Die Ballade „Every Little Hair Knows Your Name“ zeigt als Ausreißer, dass er nicht nur überzeugend, sondern auch großmeisterlich kann.
Jens Lekman – Every Little Hair Knows Your Name (Thx: Surviving The Golden Age.com)


Neben den Hinweisen auf Alben, die man kaufen sollte, muss man auch mal auf die Alben hinweisen, die man nicht kaufen sollte. Dazu zählt in diesem Monat allen voran „Coexist“, das zweite Werk der Schlaftabletten The XX. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, deshalb war das Debut auch noch wirklich spannend. Diese Form des Minimalismus gepaart mit schüchterner Attitüde hatte was, das kann man nicht anders sagen. Und mindestens drei Songs vom Erstling werden wir auch gern noch in 10 Jahren hören. Coexist aber langweilt fast über die gesamte Strecke. Ein trost- und tonloser Atmobrei ohne Zug zum Tor.
Kaufbare Alben sehen dagegen so aus: Grizzly Bear „Shields“, Life In Film „Needles And Pins“ (EP), Sea Wolf „Old World Romance“, Chilly Gonzales „Solo Piano II“

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  • Alpine Gasoline
  • Sue Shoes
  • The Mouse Folk For All I Know
  • Bloc Party Truth
  • Frank + Derol Barely Love You Too
  • Django Django Hail Bop
  • Mumford & Sons I WIll Wait
  • Life In Film The Idiot
  • Eugene McGuinness Harlequinade
  • Fun We Are Young (feat. Janelle Mona?e)
  • Jens Lekman Become Someone Else’s
  • A.C. Newman Not Talking
  • Grizzly Bear Yet Again
  • Leslie Clio Told You So
  • Cults Abducted
  • MSMR Hurricane
  • Karin Park Thousand Loaded Guns
  • Family Of The Year Psyche Or Like Scope
  • The XX Chained
  • Sea Wolf Saint Catherine St.
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[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Bloc Party Real Talk
  • Alpine Seeing Red
  • Efterklang Apples
  • Ry & Frank Wiedemann Howling
  • Sea Wolf Old Friend
  • Family Of The Year Hero
  • John Mayer Shadow Days
  • Passenger Let Her Go
  • Cat Power Cherokee
  • Secret Seven Over The Border And Into The Night
  • Miss Pulver Take it all away
  • Neil Halstead Loose Change
  • Oupa Forget
  • Submotion Orchestra Sleepwalker
  • The Beauty Room All in My Head
  • The Album Leaf Skylines
  • Jens Lekman Every Little Hair Knows Your Name
  • Calexico Para
  • Black Elk Aphotic Widow
  • Chilly Gonzales Rideaux Lunaires
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