Man sieht’s am Cover. Wir bleiben im Club. Da wo sich die Kugel dreht. Und die Luft heiß ist. Es muss daher das zweite Mal in Folge auf die langsame Seite verzichtet werden. Der Drang nach Optimismus, lauthalses Feelgood ist einfach zu groß.


Kurz vor dem sich gefährlich nähernden 100. Jubiläum der Spreewelle hält plötzlich der Funk, der Soul, die Disco wieder Einzug in die Playlist. Das passt ganz gut, schließlich ging es damals, kurz vor 2005 und dem Einritt der New New Wave genau darum: Um tanzbare, kredible und nach Möglichkeit zeitlose Tracks für die Tanzfläche.


Kein geringerer als Daft Punk kann hier als Unterstützer der waghalsigen These herhalten, dass wir uns mitten im Revival dieser Ära befinden. Ihr neues Album steht in den Startlöchern und zur Promotion von „Random Access Memories“ werfen sie uns, dem geduldigen und mit den Hufen scharrendem Publikum „Get Lucky“ hin. Skrillex, verzerrtes Soundgewitter und High Pitched Voices? Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil! Der 70s Bass wird gezupft von


Nile Rodgers, die Lyrics präsentiert Pharell Williams. Und Daft Punk machen es großmeisterlich, in dem sie sich geschätzte 1:30 komplett zurückhalten. Im Vordergrund steht dieser wippende Groove, diese geile Gitarre und diese deutliche Ansage:

„Like the legend of the phoenix
All ends with beginnings
What keeps the planet spinning
The force from the beginning
We’ve come too far
To give up who we are
So let’s raise the bar
And our cups to the stars“


Den Wurzeln treu bleiben, nicht vergessen, dass auch Tanzmusik zur Hälfte aus dem Wort Musik besteht. Damit haben die Franzosen für mich ein alternativloses Statement gebracht, das sich in gewisser Weise auch auf allen 40 Tracks der 96. Spreewelle niederschlägt. Zum Niederknien, wie Daft Punk dann mit der richtigen Portion Coolness zu Sekunde 90 mit dem Robot-Hook und der auf den geraden Vierteln offenen HiHat „Get Lucky“ aubalancieren zwischen Zeitgemäß und Zeitlos.


Genau dieses Gleichgewicht spiegelt sich auf der kompletten Seite 1 wieder. Zwischen grandiosen All Time Soul Favourites wie „Ohh La La“ von den Wiseguys (NICHT DEN WISE GUYS, Gott bewahre), den Sound Defects und Mo‘ Horizons, ordnen sich aktuelle Coolness-Club-Anthems von Allure, Gonzales und Boyz Noise unter. Gepfeffert wird das Ganze mit aufregenden Newcomern wie Willy Moon (dessen Resistenz gegenüber der Moderne und der Eleganz, wie er mit der Genrelückenfüllung – Rockabily goes Loco – einfach bewundernswert ist) und schließlich abgerundet mit faszinierenden Mash Ups. Da wäre zum Beispiel Dra’man – einem französischen DJ, der wie kein zweiter Mash Ups aus Oldies zaubert, aber auch ein Künstler namens Rrodd. Der nämlich hat Justin Timberlakes (für sich genommen ziemlich lahme) erste Single aus dem Album genauer angehört – und herausgefunden, dass die zu 100% auf Marvin Gayes „Let’s Get It On“ passt. Für mich der Mash Up des Jahres.


Seite 2 ist für dann da, wenn das Licht angeht. Wenn ein neuer Tag beginnt. Mit Energie und IndiePop as it was 2005. Und zum Beispiel Frank Turner, Portugal The Man, The Leisure Society und vielen vielen anderen.


Eine erste Idee davon, wie ruhige Spreewelle-Seiten auch klingen können liefert dieses mal ganz am Ende Josh Rouse. Und – versprochen – jetzt wo der Mai da ist, wird es auch bald wieder entspannter…


Hier ein kleiner Ausschnitt. Die gesamte Playlist gibt es wie gewohnt dadrunter.

Don Johnson Big Band Busy Relaxin‘

The Wiseguys Ooh la La

Willy Moon Yeah Yeah

The Third Degree Mercy

Tiga Hot In Herre

RRodd (Gaye vs. Timberlake) With Your Suit & Tie On

Lady Money

Chic Gamine Days and Days

Mr Scruff Get a Move On

Bloc Party V.A.L.I.S.

Shout Out Louds Illusions

Alabama Shakes Always Alright

Intergalactic Lovers Fade Away

Bibio À tout à l’heure

Junip Your Life Your Call

Josh Rouse Julie (Come Out Of The Rain) [vc_separator type=’full_width‘ position=’center‘ color=’#a6a6a6′ thickness=’1′ up=“ down=“]

Seite 1

 

[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Boys Noize What You Want (Radio Edit)
  • Allure You & Your Girl
  • Daft Punk Get Lucky (Radio Edit) [feat. Pharrell Williams]
  • Gonzales Let’s Ride
  • Don Johnson Big Band Busy Relaxin‘ – Pepe Deluxe? Refix
  • The Wiseguys Ooh la La
  • Willy Moon Yeah Yeah
  • The Third Degree Mercy
  • DRA’man Jean & John’s Mama (The Sound Defects x Genesis)
  • Tiga Hot In Herre
  • RRodd (Marvin Gaye x Justin Timberlake) With Your Suit & Tie On
  • Lenny Kravitz vs. Mariah Carey (SIR) We belong together (It Ain’t Over ‚til It’s Over)
  • Lady Money
  • Fitz and The Tantrums Breakin‘ The Chains Of Love
  • The Sound Defects Faded Soul
  • Chic Gamine Days and Days
  • Olli Schulz Ich kenn‘ da Ein
  • Mr Scruff Get a Move On
  • Mo Horizons Cowboy Bossa (Fab Samperi Remix Radio Version)
  • !!! One Girl / One Boy
[/unordered_list]

Seite 2

 

[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Frank Turner Recovery
  • The (International) Noise Conspiracy A Small Demand
  • Bloc Party V.A.L.I.S.
  • Shout Out Louds Illusions
  • Portugal The Man Evil Friends
  • Telekinesis Lean On Me
  • The Leisure Society Another Sunday Psalm
  • Swim Deep The Sea
  • Alabama Shakes Always Alright
  • Intergalactic Lovers Fade Away
  • Bibio A? tout a? l’heure
  • The Phoenix Foundation Blue Summer
  • The Drums Days (Trentemøller Remix)
  • Radio Diffusion Bhvl
  • Luke Buda Seaside
  • Cults Go Outside (Menahan Street Band Remix)
  • Adam Green & Binki Shapiro Don’t Ask For More
  • Iron and Wine Low Light Buddy of Mine
  • Junip Your Life Your Call
  • Josh Rouse Julie (Come Out Of The Rain)
[/unordered_list]
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