Schnell mal den Winter beenden. Mit der 130. Ausgabe der Spreewelle geht das ganz gut. Nach Weihnachten und Bowie geht es diesen Monat wieder ums Tagesgeschäft: Beachtenswerte Beiträge von neuen Interpreten, starke Stücke der Etablierten und einen für die Februar-Compilation typischen Schwerpunkt Schwermut.

 
Louis Vivet ist ein ziemlich cooler Bandname. Denn auf diesen Namen hörte der erste Mensch, dem ganz offiziell eine dissoziative Identitätsstörung aka multiple Persönlichkeit diagnostiziert wurde. Ganz so kompliziert ist die Musik des gleichnamigen Elektroprojekts nicht. „Silvia“, der Aufmacher der aktuellen Compilation, überzeugt mit französischer Klarheit.
 

 
Nicht weniger dickhosig, dabei aber etwas mutiger geht es direkt weiter. Ich hab keine Ahnung, wie Black Coast mit TRNDSTTR in die Playlist gerutscht ist. Die Discowaschmaschine rüttelt und rattert ganz schön, dauert zum Glück keine 3 Minuten, bringt in dieser Zeit aber glänzend auf den Punkt, was man wohl unter zeitgenössischer Populärmusik versteht.
 

 
Über die Nachricht von Miike Snows neuem Album freuen wir uns ja schon schon die dritte Welle in Folge. Die aktuelle Single „Genghis Khan“ ist eine typische Miike Snow. Da trifft eine gnadenlose treffsichere Hookline auf einen modernen dynamischen Beat. Bumms. Das reicht.
 
Miike Snow – Genghis Khan
 
Genauso brandaktuell: Die neue Single von NZCA Lines, dem Londoner Trio, das zu je einem Teil aus Metronomy und Hot Chip-Mitgliedern besteht. Mit „Two Hearts“ ist ihnen auf ihrem gerade erschienenen zweiten Album „Infinite Summer“ ein ziemlich großartiger Indie-Elektro-Track gelungen.
 

 
Mit Cage The Elephant und Nathaniel Rateliff & The Night Sweats finden sich mindestens zwei sehr kredible Indieinterpreten auf der Seite 1. Aber eben auch so etwas: Modern Love von Coast. Das, was passiert, wenn gute Songschreiber zu viel Energie in sich haben oder aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen unbedingt im Stadion spielen wollen. Der Track, der zweifelsfrei ein guter ist, hat sich in Rekordzeit in das Standardrepertoire der Scripted-Reality-Shows gespielt. Der Grabbeltisch des guten Geschmacks. Schade eigentlich.
 

 
Kennt Ihr Eliot Sumner? Nein? Hmmm. Kennt Ihr Gordon Sumner? Auch nur so halb? Alles okay. Eliot ist die Tochter von Gordon Sumner, den man besser unter seinem Künstlernamen Sting kennt. Aber das ist eigentlich ziemlich wurscht. Denn die Musik, die die 25-Jährige Sängerin macht, hat wirklich gar nichts mit der Musik des ehemaligen Police-Frontmanns gemein. „I Followed You Home“ aus ihrem im Februar erscheinenden zweiten Album ist ein ganz starker, dunkler Pop-Song.
 

 
Über die hervorragende Musikauswahl beim famosen Fernsehtrash „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, schreibe ich jedes Jahr im Februar. Und jedes Jahr wieder wird bei gut einem dutzend Songs aufgerägt der große blaue Shazam-Button auf dem Smartphone gedrückt. Auch 2016 steuert der Dschungel gut 8 Tracks der zweiten Seite bei. Zum Beispiel der Opener. Schon immer toll gefunden, aber nie auf die Kompilation gebracht: Imogen Heap mit dem hypnotischen entrückt-bezaubernden „Hide And Seek“
 

 
Auch inspiriert vom australischen Fernsehzirkus: Us The Duos bittersweete Coverversion von Tays „Shake It Off“
 

 
Letzter Eintrag hier: Tom Odell mit dem sehr traurig machenden „Heal“.
 

 
Und das war längst nicht alles. Aber nu is Wochenende. Wer liked, hat mehr davon. Wir hören uns wieder im Frühling!
 
Cover: Botschaft der Tschechischen Repubik, Berlin
 
 
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  • Louis Vivet Silvia (feat. Jordan Humphrey)
  • Black Coast Trndsttr
  • Miike Snow Genghis Khan
  • Bedouin Soundclash Brutal Hearts (FlicFlac Edit)
  • NZCA Lines Two Hearts
  • Jamie Woon Shoulda
  • Chromeo Old 45s
  • Years & Years Ties
  • Charlotte Gainsbourg Hey Joe (SebastiAn Remix)
  • Cage the Elephant Too Late to Say Goodbye
  • Coasts Modern Love
  • Eliot Sumner I Followed You Home
  • Kakkmaddafakka Young You
  • The Paper Kites Revelator Eyes
  • Sara Hartman Monster Lead Me Home
  • X Ambassadors Renegades
  • Elle King Ex’s & Oh’s
  • Nathaniel Rateliff & The Night Sweats SOB
  • AnnenMayKantereit Oft Gefragt
  • Erlend Øye La prima estate (Spreewelle Edit)
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Seite 2

 

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  • Imogen Heap Hide and Seek
  • Joshua Radin & Schuyler Fisk Paperweight
  • Us The Duo Shake It Off (Tayler Swift)
  • Fleurie Hurts Like Hell
  • Tom Rosenthal Go Solo
  • Tom Odell Heal
  • Sofia Karlberg Crazy In Love (Beyonce)
  • Mansionair Hold Me Down
  • SOHN Veto
  • The Weeknd Devil May Cry
  • Ben Howard Oats In The Water
  • Adele Hometown Glory
  • Villagers Everything I Am Is Yours (Live At RAK Studios, London / 2015)
  • Eliza and the Bear It Gets Cold (Acoustic)
  • Kevin Morby All Of My Life
  • The Head and the Heart No One to Let You Down
  • Daughter Doing The Right Thing
  • King Charles Loose Change for the Boatman
  • Youth Lagoon 17
  • AnnenMayKantereit Barfuss am Klavier
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