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Sonderausgabe! Sonderausgabe! Schon wieder? Die Gemeinde hat doch grad die Mistgabeln wieder eingesteckt und sich mit der Rückkehr zum Markensound in harmonische Glückseligkeit dudeln lassen. Aber keine Angst. Das Motto der 146. Ausgabe ist absolut massentauglich. Oder gibt es wen, der was gegen den Sommer hat? Nein? Na also. Dann legen wir auch gleich noch mal 10 Tracks extra obendrauf. Jawoll. 50 Tracks für Picknick, Pool und Palme.
 

Gold: Rhye

Es passiert eigentlich nie, dass beide Seiten der Spreewelle mit dem selben Artist eröffnen. Wenn Rhye aus Kalifornien aber neues Material veröffentlichen, dann sind alle Regeln außer Kraft gesetzt. Seit dem 2014 erschienenen Longplayer „Woman“ gab es keinen filigran gesponnen Ton mehr zu hören von Mike Milosh und Robin Hannibal. Die beiden neuen Tracks sind zum Dahinschmelzen perfekt. Produktion, Arrangement, Hook – alles Gold, was da glänzt. Und so beginnt die Sommerwelle auf beiden Seiten smooth as hell.
 

 

Up and Away aus Down Under

Die hitsicheren Flight Facilities übernehmen die blankgeputzte Attitüde von Rhye – geben aber etwas mehr Gas und servieren einen sonnendurchfluteten Cocktail aus jangly Gitarren, wobbly Baselines und snappy Beats. „Arty Boy“ heißt das heiße Eisen. What’s so arty daran?
Vielleicht die Story zum von JÜNGLINGE produzierte Video, das im Mockumentary-Style vom iranisch-deutschen Pärchen Shirin und Nasser erzählt, denen ein Wellness-Tempel gehört, in dem sie eine furiose 80s-Trash-Party feiern, zu der sie halbvergilbte Bodybuilder und Bodybuilderinnen einladen. Alles klar?
 

 

Ein echter Sommerhit

Calvin Harris galt 5 Jahre lang als unspielbar. 2006 aus dem warmen Schoß der aufblühenden Indiedisco geboren, verirrte sich der Brite schnell in den Eurotrash-Electro-Mainstream. Mit dem kürzlich veröffentlichten „Funk Wav Bounces Vol. 1“ hat sich Adam Richard Wiles glücklicherweise vom House verabschiedet und zeichnet für den ersten richtig großen Sommerhit der 146 verantwortlich. Naja, nicht ganz alleine. In der Kollaborationsliste von „Feels“ finden sich Kate Perry und Big Sean – aber vor allem ein gewisser Pharell Williams. Ich würde einen Sommertag darauf verwetten, dass eben jener mindestens zu 80% für die Vibes von „Feels“ verantwortlich ist. Kann man nicht hören, ohne zu grinsen.
 

 

Noch ein echter Sommerhit

Wir surfen weiter auf dem schmalen Grad zwischen Sellout und Credibility und legen gleich das nächste Pfund nach. Es ist schon äußerst verwunderlich, dass Capital Cities immer noch als „Indiepop“-Duo durchgehen. Seit dem stampfenden „Safe & Sound“ sind die Kalifornier auch RTL2-Zuschauern bestens bekannt. Ihr unerschütterliches Gespür für den Hit beweisen sie auch mit ihrer neuen Single. Der Song „Swimming Pool Summer“ von der gerade erschienenen gleichnamigen EP macht genau das, was er soll. Am Pool gibt es eben keine Überraschungen.
 

 

Guck an: Sommerhit #3

Tropisch geht es weiter. Die Australier Parcels verbindet seit diesem Monat ein Schicksal mit Pharell, Kanye West und The Weeknd: Die französischen Roboter von Daft Punk veredelten mit einer minimalistisch aufgetragenen Schicht Coolness einen ihrer sowieso schon glänzenden Songs. „Overnight“ heißt das Ergebnis und es funktioniert.
 

 

Und noch einer

Und weiter geht’s in Runde 1: Generöse Leichtigkeit, gefällige Beats, geradlinige Songs. Da kann dann schon mal kurzzeitig das Indieradar kaputt gehen und Carly Rae Jepsen ganz unverhofft einen Auftritt verschaffen. Wieder in Ordnung bringen das die HAIMS-Schwestern. Deren neues Album „Something To Tell You“ serviert wie schon ihr Erstling reihenweise State-Of-The-Art Pop. Ein besonders feiner Tropfen ist dabei „Ready For You“ – eine so seltsame wie witzige Kombination aus Whitney Houston-Glückseligkeit, TLC-Aerobic und einer gewissen Paula-Abdudeligkeit.
 

 
Der etwas zurückgelehntere Teil der Seite 2 wird von The Lagoons eingeläutet. Dem Song „California“ gelingt es dabei erstaunlicherweise, typische Indiepop-Ingredienzen mit einem – Achtung – Saxophon zu verheiraten.
 

 

Fade in and find out

Möglicherweise ist es schon der 4. Track aus dem neuen Phoenix-Album, der schnurstracks den Weg zur Spreewelle sucht, aber was soll man bitte machen, wenn das Motto „Sommer“ ist und „Telefono“ ein weiterer so unnachahmlich lässiger Wurf der Franzosen ist. Der Song lebt eigentlich nur von seiner Hookline und verlässt sich darauf so selbstsicher, dass er auf einen großen Auftakt oder ein bombastisches Ende einfach verzichtet. Einblenden, ausblenden. Das muss reichen.

 

Hitalarm in Stuttgart

Als Steigerungsform der Lässigkeit gilt im Rock’n’Roll das Slackertum. Und Deutschland hat endlich auch eine weibliche Personifizierung dieses Begriffs. Ilgen-Nur Borali hört nicht nur auf diesen komischen Namen, sondern kommt auch noch aus Stuttgart. Ihre herrlich dahingerotzte Musik erinnert aber an Berlin und Courtney Barnett. Der Song „Cool“ wird großen Erfolg haben. Der einzige Vorwurf, den man der Nummer machen kann: Sie ist messerscharf kalkuliert. Stört uns heute aber nicht. Wir finden „Cool“ einfach nur cool.
 

 

Einer Jena Songs, die wo…

Indierock aus Deutschland, die Zweite. Lieblingssender Flux FM hat die Jenaer Band Das Paradies (warum ist da eigentlich noch niemand früher drauf gekommen?) in die Heavy Rotation genommen und beweist mal wieder ein sehr gutes Näschen damit. Sehr schöner Text und sehr, sehr schönes Arrangement. Bisschen schade, dass es kein Video dazu gibt und noch tragischer, dass selbst auf Soundcloud nur ein 30 Sekunden Teaser vorliegt. Müssta mir vertrauen: Is gut – bitte kaufen!
 

 
Auch Seite 2 sprudelt mit 25 Beiträgen gerade zu über. Dazu gehört lupenreiner Indiepop z.B. von The National, ISLAND und Rare Monk.
 

 
Außerdem: Mit Samt ausgeschlagenen Intimitäten von Her

 
… sowie Neues von der Broken Social Scene und Childhood und… und… und – siehe Playlist unten.
 
Genießt den Sommer*
 
 
Covergestaltung: Spreewelle
Coverlocation: Mimizan, France
 
 

Seite 1

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  • Rhye Summer Days
  • Flight Facilities Arty Boy (With Emma Louise)
  • Calvin Harris Feels (Feat. Pharell Williams, Katy Perry & Big Sean)
  • Capital Cities Swimming Pool Summer
  • Parcels Overnight (prod. by Daft Punk)
  • Alex The Flipper Classic (Augenwischer)
  • LANY Super Far
  • ROMES Summer Sound
  • Carly Rae Jepsen Cut To The Feeling
  • HAIMS Ready For You
  • Harts Peculiar
  • Childhood Californian Light
  • The Lagoons California
  • Anna Of The North Someone
  • Shout Out Louds Jumbo Jet
  • Phoenix Telefono
  • Sobs Girl
  • Ilgen-Nur Cool
  • Das Paradies Goldene Zukunft
  • The Japanese House Saw You In A Dream
  • Hippo Campus Way It Goes
  • Dan Auerbach Shine On Me
  • Evergreen Leeway
  • ISLAND Come With Me
  • Alvvays In Undertow
[/unordered_list]

Seite 2

[unordered_list style=“number“ number_type=“circle_number“ animate=“no“]
  • Rhye Please
  • LANY 13
  • Her Blossom Roses
  • Catastrophe & Cure Debbie Debris
  • Ruby Empress Deluca
  • Phoenix Fio Di Latte
  • The Lagoons Rainbows
  • Labrinth Jealous
  • Daniel Caesar We Find Love
  • ISLAND Stargazer
  • Caina? A Talk With The Time
  • Willamette Stone Heart Like Yours
  • The National Guilty Party
  • Rare Monk Happy Haunting
  • Angus & Julia Stone Wherever You Are
  • Rosi Golan feat. William Fitzsimmons Hazy
  • Syml Wheres My Love
  • Ben Abraham Speak
  • RY X Salt
  • Broken Social Scene Victim Lover
  • Childhood Cameo
  • Salt Cathedral No Ordinary Man
  • Life is Better Blonde Swim Good (Frank Ocean)
  • Portugal. The Man Feel It Still (Medasin Remix)
  • Martin Luke Brown Into Yellow
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