SPREEWELLE 163

GOOD THING

VÖ: 20.06.2019
Coverlocation: Berlin Hauptbahnhof

Justin Time. Kein Indienewcomer, sondern Zustandsbeschreibung der 163. Spreewelle. Dabei war sie schon zwei Wochen früher fertig. Die Freude an zwei großartigen Mashups und der verlässliche Klimawandel, der uns schon wieder eine Hitzeperiode beschert, sind Schuld daran, dass Motto und Name sich noch einmal um 180° gedreht haben.

Teaser

Wir starten mit html.

Der erste Entwurf der 163 entstand VOR der Bruthitze – und war ein wenig verkopft. Die hamburger Band Small Fires haben sich mit „NBSP“ sofort ins Ohr gespielt. Der lief direkt nach dem ersten Durchgang bestimmt fünf mal in Dauerschleife. Ziemlich dark, ziemlich zackig, diese Elektropop-Nummer. Dazu der Songtitel selbst. Denn „nbsp;“ ist html-Quellcode und beschreibt ein geschütztes Leerzeichen, das einen automatischen Zeilenumbruch an der Position des Leerzeichens verhindert. Geht es um die Schwierigkeit am Ende einer romantischen Episode den mutigen großen Absatz zu machen? Bedeutet der NBSP maximaler Freiraum in familiärer Enge? Geht es um erforderliche Sicherheitsabstände in Freundschaftsbeziehungen? Metaphös, metaphös!

Hail to the mashup!

Ein kleines Verwirrspiel, dass der Song die aktuelle Compilation eröffnet. Denn die Grundlaune ist durchaus positiv auf der ersten Hälfte der 163. Intoniert wird diese These durch zwei Beiträge der Coverveteranen von Pomplamoose. Jack Conte und Nataly Dawn sind bereits häufiger zu Gast auf der Spreewelle gewesen und haben immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie komplett geile Songs aus bereits totgenudelten Mainstream-Klassikern anfertigen können. Seite 2 eröffnet die unglaublich spaßige Breakup-Songs-Melange aus Gotyes „Somebody That I Used to Know“, Rihannas „Stay“, Ariana Grandes „Thank U Next“, Kelly Clarksons „Since U Been Gone“ und schließlich Taylor Swifts „We Are Never Ever Getting Back Together.“

Das Duo, das mit Youtube erfolgreich wurde, hat übrigens vor zwei Jahren geheiratet. Und auch dazu gibt es ein herziges Video auf der Videoplattform. Aber weg vom Trivialen. Und hin zum zweiten Mashup von Pomplamoose. Das heißt „Can’t Stop Feeling Billie Jean’s Face“  und kombiniert die legendäre Jackson Bassline mit Justin Timberlakes größtem Hit der Neuzeit und The Weeknds Poperotik. 3 in 1 sozusagen. Spart Zeit auf Partys.

Strahlentherapie

Pomplamooses Spotify Tracklist ist ein Garant für Happy Faces. Aber bitte nicht gleich alles auf einmal anhören. Lieber hier bei der Spreewelle bleiben und sich den Sunshine in ärztlich empfohlenen Dosen abholen. Vertontes Vitamin D verabreicht auch Pish, der Kakkmaddafakka Frontmann, der einfach nicht still halten kann. Pål Vindenes kündigt mit dem Raggae-angehauchten „Price“ wohl schon wieder ein neues Album an.

Im Teaservideo der aktuellen Spreewelle sind auch die in Berlin ansässigen Australier der Band Imbibe zu hören. Die klingen verdächtig nach Empire Of The Sun. „Touchdown“ bringt den selben wippenden Stechschritt und die selbe sonnengeladene Refrainsicherheit mit. Wollnwaso. Im Juni 2019.

Let’s sell out

Auch in diesem Monat gibt es wieder den heißbegehrten musikalischen Dreifachausrutscher. Man könnte fast meinen, all die liebevoll und musikversiert ausgesuchten 17 Tracks drumherum sind musikalische Alibis, um sich die volle Ladung Popkommerz zu verdienen. Das POP-Trio kommt im Juni in Gestalt von K.Flay mit ihrem bassbestimmten „This Baby Don’t Cry“, dem Pure-Dancefloor-Song „Wavey“ des britischen Tanzprojekts CLiQ und, ja, auch von den X-Factor-Gewinnern Fifth Harmony. Kommt, Ihr wollt es doch auch…

Akustik ist besser

Dramatischer Szenenwechsel zu Seite 2. Nachdem wie oben erwähnt Pomplamoose eher ironisch die langsamere Hälfte beginnen, geht es mit Eliza Shaddad dann gleich richtig in die Tiefe. Ihr „Just Goes to Show“ gehört zu den Top-Balladen des letzten Jahres. Erst kürzlich veröffentlichte Shaddad ausgewählte Stücke ihres Debütalbums in absolut reduzierter Pianobegleitung. Eben auch „Just Goes To Show“. Was für ein Gewinn! Gleich auf dem Fuße folgen die Villagers und spielen eine Akustikversion von „A Trick of the Light“. Damit ist dieser mystisch-zauberhaft-traurige Song schon das dritte Mal auf der Spreewelle. Aber die Aufnahme, die bei den Mahogany-Sessions entstand übertrifft sowohl die Originalversion als auch den sehr hörenswerten Bibio-Remix.

Die Playlist bei Spotify

Alle 40 Tracks gibt’s wie immer schön geordnet bei Spotify. Anmerkung der Redaktion: Meine Tastatur ist defekt, deshalb gehe ich hier und da etwas großzügig bzw. ebensehrsparsam mit eben jenen um.


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