SPREEWELLE 165

ALRIGHT

VÖ: 24.09.2019
Coverlocation: Pinnow

Sonderbare Starre. Brexit, Klima, Aldi. Nix geht voran. Statt sich zu grämen, tut es die überpünktliche Spreewelle der covergebenen Katze gleich und sagt so: „Alright“. Arbeiten wir halt mit dem, was da ist. Und das ist eine ganze Menge. Die 40 Tracks zum Sommerende. Spotifiy-Liste unten, DJ-Set zum Download.

Teaser

Zurück in die 00er

Der Trailer oben verrät es: Die 165. Spreewelle startet betrunken-gestrig mit einem 00er-6er im Hiphop-Lotto. Schuld ist Mac Millers so albern wie überzeugender Track „Knock Knock“, der 9 Jahre alt ist, dessen Tanzflächenfähigkeiten ich aber bislang schlicht übersehen habe. Mit dieser maßlos guten Laune (und natürlich dem Jingle-Intro in voller Länge) geht es ab in die Grinsedisco. Mit Praise-the-Mase, mit The Game, mit Lupe Fiasco und mit Lauryn Hill.

Wie Du Deine Zeit verschwenden kannst

Über das wunderbare Duo Pomplamoose habe ich schon viel geschrieben. Vor allem die fast alle live eingespielten Mashups von Jack Conte und Natalie Dawn Knutsen lohnen einen kompletten Abend bei Youtube. Dass daraus jetzt auch ein ganzes Wochenende werden kann, liegt an dem Projekt Scary Pockets, bei dem Multiinstrumentalist Conte wieder federführend seine Pianohände im Spiel hat. 2017 gab’s die erste Coversammlung als LP, seit ein paar Monaten veröffentlicht die Band mit ständig wechselnder Besetzung fast täglich einen neuen Song. Auf der 165 hören wir aber noch einmal Pomplamoose mit dem Cover von Ariana Grande’s „Boyfriend“ – auf Seite 2 das menschgewordene Roboterliebeslied „Something ABout Us“ von Daft Punk.

10/10

Mit welchem Songtitel man wirklich gar nichts falsch machen kann, ist Rex Orange County neulich eingefallen. In wenigen Wochen erscheint „Pony“ und „10/10“ ist in der Tat genau das: Ein absolut tadelloser Popsong mit hypnotischen Keyboards und einer Hookline aus dem Himmel. Der englische Auf- und Ausnahmekünstler entfacht damit ein kleines Easy Listening-Tischfeuerwerk, das es zu Beginn der Seite 2 zu bewundern gibt.

Ciao und Bussi Bussi

Wer zu den gar nicht mal so wenigen Menschen gehört, die sich gefragt haben, WANDA das neue Album der österreichischen BAP in den Plattenläden steht, dem sei gesagt: JETZT. Ja: Schon wieder. Grade zwei Jahre sind seit „Niente“ vergangen. Erstaunlich beständig die fünf Jungs. Und erstaunlich vorhersehbar. Die Single zum neuen Album, das in der Heimat ebenfalls routiniert auf die 1 schoss, ist – man kann es nicht anders sagen – eine echte Frechheit. Reisbrett deluxe. Ja, sie heißt wirklich „Ciao, Baby“ (richtig, ihr zweiter Hit hieß „Bussi Baby“). Und ja, es gibt wieder die Klatscher auf 2 und auf 2-UND. Im Youtube-Trailer für die Spreewelle 165 (oben) hab ich beide Refrains mal hinter einander gesteckt, um mich irgendwie zu beschweren.

Warum darf die Bumm-Tschack-Tschack-Bumm-Tschack-Schunkelband dann trotzdem auf die Spreewelle? Weil: So richtig kann man denen nicht böse sein. So wie übrigens auch Drangsal nicht. Der Landauer hat in seiner noch jungen Karriere schon häufiger für Verwirrung gesorgt. Zuletzt mit einem komplett deutschsprachigen Album, das gleichzeitig gut war und an die Ärzte erinnerte. Jetzt hat er gemeinsam mit Max Rieger von den Nerven Klaus Lage gecovert. Hmhm: den Klaus Lage. 1000 mal berührt und so. Beim Zuhören fällt einem erstaunt auf, dass man diesen Song nur zu zwei Zeitpunkten gehört hat: 1984 und nach ab halb vier kurz vorm Aufräumen.

Die Playlist bei Spotify