SPREEWELLE 168

GOLD

VÖ: 02.03.2020

6 Wochen gereift und nun: Zuckersüß. Die 168. Spreewelle feiert einen nicht vorhandenen Winter und tänzelt deshalb fast ganz ohne Depressionen in den Lenz. Besondere Anspieltipps: Die Opener von Seite 1 und Seite 2. Die gesamte Playlist bei Spotify gibt’s wie immer unten.

Teaser

2 mal Nummer 1

Es war Anfang Februar, da stand plötzlich Silvertwin aus London vor der Tür. Ein adrettes Fünftett, das erstmal nicht mehr zu sagen hatte als „Ploy“ – so der Name der ersten und bislang einzigen auf Spotify veröffentlichten Single. Schon nach 2 Sekunden war ich verliebt. Und die Liebe wuchs und wuchs, je länger das Stück wurde und je grandioser es mit jedem neuen Takt klang. Natürlich darf man nie eine neue Band mit den Beatles vergleichen, aber – alter – könnte „Ploy“ auch genau so von einem wieder zum Leben erweckten John Lennon gesungen worden sein. Aktuell wird ein Album aufgenommen. Und offensichtlich sind wir die Ersten, die sich derart verlieben. Also: Facebook Page liken!

So geradeaus wie die erste Seite geht auch die zweite Seite los. Sorenious Bonk kam auf die famose Idee Des’rees olle Kamelle „Life“ zu covern. Es war 1998 als der Song in Österreich, Ungarn und Holland die Chartspitze eroberte. Und es waren gefühlte 20 Jahre, die die Feelgood-Single im Formatradio überlebte. Das Neuarrangement verwandelt die Popnummer in ätherische Harmonien. Signe Mansdotter übernimmt die Leadstimme und haucht der totgenudelten Nummer völlig neues Leben ein. Die breite Öffentlichkeit hörte diese Version erstmals bei „Sex Education“.

Sounds like Spring

Die vier Jungs aus Stuttgart, die auf den Namen Rikas hören, haben bereits auf de vorletzten Spreewelle ihr Debut gefeiert. „Prince Boomerang“ ist zwar genau wie „Crazy“ fast 2 Jahre alt, aber passt mit seiner sehr schwungvollen Attitüde sehr gut ins Konzept der aktuellen Seite 1.

Plagiat #1

Ein Stück weniger verpielt, aber genauso hookline-affin: The Regrettes aus L.A. Schon ein bißchen dreist, wie sich das Quartett an The Cures „Close To Me“ bedienen – siehe den folgenden 1:1 Vergleich. Aber wir wollen nicht rumzicken. Sondern tanzen.

Natives Oehl aus Oesterreich

„Keramik“, „Über Nacht“… der Wiener Liedermacher Ari Oehl ist in der Spreeweller Neuzeit bereits ein alter Bekannter. Gesignt von Grönland Records spielt er sich aktuell mit seiner neuen Single „Wolken“ in die relevanten Spotify Playlists. Und das mit unüblich viel Optimismus. Fast schon soulig, aber zum Glück nicht schmierig kommt Oehl bei diesem Song aus den Lautsprecher geflossen. Auch wenn sein Faible für besagte Wolken für Stirnrunzeln sorgt.

Speaking about Grönland. Das ziemlich sympathische von Herbert Grönemeyer gegründete Label hat auch kürzlich CHILDREN unter Vertrag genommen. Das weibliche Retropopduo residiert in Berlin und steuert mit „Poor Boy“ den Closer für Seite 1 bei. Aufregend? Nicht unbedingt. Aber definitiv herrlich.

Plagiat #2

5 Jahre nach dem solalalen Conmedown Machine bringen The Strokes mit The New Abnormal demnächst ihr sechstes Studioalbum raus. Als Vorgeschmack wurde „At The Door“ veröffentlicht, ein harmonische extrem typischer, dramaturgisch eher ungewöhnlicher Strokes-Song. Wer wie ich sich schon immer bestens mit Julian Casablancas Stimme verstanden hat und die Hochzeit von Moog Synths und E-Gitarren generell gutheißt, der kommt gut rein in die 5-minütige erste Single des neuen Albums. Aber: Melodie und Stimmung kommen einem doch irgendwie bekannt vor…? Bitte selbst vergleichen.

Leider nur wenig Worte diesen Monat über so viel sehr gute Musik. Zum Beispiel von The National – die mit einem Überraschungscover von INXS „Never Tear Us Apart“ überraschen oder von der unvermeidlichen Billie Eilish und ihrem nonchalanten James Bond-Take. Weil titelgebend und weil auf beiden Seiten vertreten, gebührt aber noch einmal Delilah Montagu eine besondere Erwähnung. Die aus Hampshire stammende 21-Jährige Singer-Songwriterin und ihre Singles „Gold“ und „Next To Me“ klingen einfach wahnsinnig reif und vollendet. Sie Sunday Times sagt: „Shades of Joni Mitchell and Florence Welch on the Londoner’s new track [Temptation], a lovely, plaintive, piano-led lament“.

Wir sagen: Guten Frühling,

Die Playlist bei Spotify

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