Spreewelle 193
Winter an der Siegessäule,
Photo by @ChristinaK!

SPREEWELLE 193

ON AND ON

VÖ: 12.01.2023

So. Wie ging das noch mal. Wo is noch mal das WordPress-Passwort. Ja. Es ist runde zwei Monate her. Too long no hear. 190 Monate hat das geklappt mit dem 4-Wochen-Rhythmus. Da müssen wir wieder hin. Es ist ja zum Glück die Zeit der guten Vorsätze. Deswegen gibt’s auch doppelt so dolle aufs Ohr. Mit 40 Tracks, die einen ordentlichen Drang zur Gitarre haben. Für die gesamte Playlist scrollen. Aber bitte erst lesen.

NEVER
MISS A
THING!

Connie Constance erinnert mich ans Abliefern

Schon fast ironisch. Die Headlinerin von Seite 1 hört auf den Namen Connie Constance. Und mahnt die sich etwas in der Sinnkrise umherwälzende Spreewelle-Redaktion, dass Timelines einzuhalten sind und zu viel Gefusel und Gefasel im musikalischen Auswahlprozess manchmal auch hinderlich sein kann. Mehr zur Kompilierblockade im Newsletter, falls Ihr den noch nicht abonniert habt.

Zurück zu Connie. Die ist 28 und liefert mit „Hurt You“ genau das ab, was man dieser Tage echt lange suchen muss: Einen Indie-Hit. Das Ding klingt dark, eckig und doch geschmeidig. Und besitzt gleich drei unterschiedliche Teile mit jeweils anderen Harmonien – und Hooks. Frollein Constance war zu Beginn ihrer Karriere auf Neo-Soul gebucht. „Hurt You“ hat damit nun überhaupt nix mehr zu tun. Und das ist richtig gut so.

Emmanuelle Proulx ist ebenfalls eine starke Frau und die Stimme von Men I Trust. „Billy Toppy“ heißt die im Herbst veröffentlichte Single der Kanadier und kündigt hoffentlich ein neues Album an. In Cleverness, darkwaviger Zotteligkeit und Zug-zum-Tor steht dieses Nummer dem Aufmacher in nichts nach. Das sind endlich wieder echte Indie-Disco-Tracks! Ebenfalls im weiblichen Startpack: Guter, ebenfalls 80s angehauchter Deutsch-Female-Pop. Dilla ist erst Anfang 20, bei FOUR Music unter Vertrag und hat noch viel vor.

Men We Trust

So viel Frauenpower gleich zu Beginn! Bevor wir gleich im Anschluss auch noch die Best New Artist Krone einer weiteren Dame verleihen, dürfen sich zunächst die alten Männer etwas austoben. Spoon haben vor nicht wenigen Monaten ein neues Album veröffentlicht, das erst durch die Jahresbestenlisten seinen Weg in meinen Stream fand. Wie das klingt? Naja so, wie Spoon schon immer geklungen haben. Aber ganz ehrlich: So ein bißchen rauer, ehrlicher Indierock tut uns allen grad ganz gut. „The Devil And Mister Jones“ klingt schon jetzt wie ein Klassiker.

Bühne frei für Caroline

Jetzt aber. Der Track des Monats. Der kommt von Caroline Polachek. Schon seit 2010 geistert die Amerikanerin auf der Spreewelle herum. Zwischenzeitlich mit dem Duo Chairlift auch schon mal am ganz großen Ruhm geschnuppert, ist sie nun wieder solo unterwegs. Ihre Vocals waren schon immer irgendwie von einem anderen Planeten. Auf „Sunset“ aber gibt’s dazu noch eine betörend arhythmisierte spanische Gitarre.  Genau das meine ich, wenn ich sage, ich will endlich wieder mehr Überraschungen im Indiepopkosmos! Frau Polacheck kommt am 22. Februar nach Berlin und wird da ihr neues Album vorstellen. Da kommt Ihr alle mit!

Cover des Monats

Pomplamoose ist ja Dauergast auf der Spreewelle. Bei Covern bin ich durchaus wählerisch, aber Jack Conte und Nataly Dawn finden immer wieder den einen, den richtigen Dreh mit dem sie ein meist sowieso schon großartiges Original noch mal origineller machen. In diesem Monat ist ihnen das mit „Best Part“ gelungen, einem eh schon mitreißenden Song von Daniel Caesar und H.E.R. Veröffentlicht wurde das Cover unter der neuen Flagge Magaziin, die neue Band des Ehepaares.

Etwas weniger aufregend aber trotzdem schön: das Arctic Monkeys-Cover von Merci, Mercy. Dem dunkel-dreckigen „Why’d You Only Call Me When You’re High“ gibt Australierin ganz neue Farben.

So. Statt Worte jetzt: Musik! Happy 2023. Und bis zum Februar!