Was war das denn? Der Berliner Tatort „Dinge, die noch zu sind“ war trotz einiger sehenswerter Elemente eine Zumutung. Schuld sind diesmal nicht Ritter und Stark – ob die mitmachen oder nicht würde eh nicht auffallen.

Vergessen wir mal das Handwerk. Das klappt gerade beim Berliner Tatort selten. Die Dialoge sind hölzern, das Ermittlerduo oberflächlich gezeichnet und die Handlung spielt sich jedes Mal ausnahmslos am Potsdamer Platz ab. Alles geschenkt. Das kennen wir und damit haben wir uns abgefunden. Die RBB-Fälle sind im Idealfall absolutes Tatort-Mittelmaß. Aber heute kamen zur handwerklichen Unbedarftheit auch noch zwei weitere kapitale Böcker hinzu und produzierten eine sonderbare Flickschusterei von einem Krimi.

Ein Film – zwei Stoffe

Zum ersten. In diesem Tatort werden zwei völlig unterschiedliche Geschichten zusammengeklatscht. Auf der einen Seite die, von einer neuen Partydroge namens „Heaven“, die kompliziert hergestellt aber legal vertrieben werden kann und deren Wirtschaftlichkeit erst ein, dann zwei, dann drei Todesopfer fordert. Die zweite Geschichte handelt von Melissa Meinhardt, einer Drogenfahnderin, die Krebs im späten Stadium hat und mit sich, ihrem bevorstehenden Tod und ihren beiden adoleszenten Töchtern hadert. Beides sind völlig unterschiedliche Stoffe, die nur mit sehr viel Phantasie zusammengerührt werden könnten. Genau an dieser Phantasie fehlt es leider dem Drehbuch (Jörg Tensing). Denn beide Fäden werden nicht nur mutlos, sondern auch wenig wirksam miteinander verteut, so dass sich der Knoten sofort wieder lockert und beide Geschichten zu Boden fallen.

Und das ist schade.Denn für einige Momente scheint gerade die Tatsache, dass es so wenig Berührungspunkte von beiden Linien gibt, wenigstens die eine Geschichte unterstützen zu können. Getragen von der wirklich großartigen Ina Weisse als Melissa Meinhardt, kommt es zu einigen sehr schönen Szenen, in denen sie mit ihren Kindern befreit zum letzten Mal das Leben zelebriert und ihnen dann im selben Atemzug notgedrungen von ihrem bevorstehenden Tod erzählen muss. Der Krebs poltert in dieser Phase so unpassend und plötzlich in das Geschehen, wie er es ja auch im wirklichen Leben zu tun pflegt. Insofern hatte ich hier kurz die Hoffnung, dass das vielleicht auch gewollt war.

Leider fällt dieses sehr künstliche Konstrukt dann wenige Minuten später wieder in sich zusammen. Dann nämlich, wenn man Zeuge davon wird, dass das Drehbuch mitnichten den Krebs und das Drama ernsthaft behandeln will, sondern auf Teufel komm raus versucht, die Erzählebenen miteinander zu vermischen.

Ohne Motiv keine Unterhaltung

Im Ergebnis gibt es das zweite Ärgernis, das ein so großes ist, dass man unterm Strich von einer Zumutung sprechen muss. Es ist nicht weniger als das Mordmotiv (gleich doppelt, vielleicht sogar dreifach, wenn man das Ende so deuten möchte), das einfach völlig unlogisch ist. Und das Mordmotiv muss nun mal sitzen. Dass Meinhardt die Mörderin ist, macht aus Besetzungsperspektive Sinn: so hat man wenigstens die Gelegenheit die talentierte Frau Weisse noch ein paar Szenen zu sehen statt Zeit mit den pickligen Mitgliedern der Theater-AG, die Junkies und Dealer darstellen sollen, auf dem Basketballplatz zu verbringen (dabei wird übrigens Bubble Tea getrunken!).

Aber dass Meinhardt die Mörderin ist, macht leider logisch auch nicht den Ansatz von Sinn. Klar, als Totgeweihte hat man nichts mehr zu verlieren. Aber warum sollte man dann wahllos Mitglieder der Drogenszene umbringen? Hat etwa das erste Opfer – der Walter White für Arme – in seinem Labor nebenbei den Krebs heimlich erfunden und ihr gespritzt? Oder liegt es daran, dass die Droge „Heaven“ heißt und Meinhardt da halt nicht hin will?

Dieser fatale Fehler, den man auch noch so prominent und wie immer wortreich zum Finale aufs Brot geschmiert bekommt, tut richtig weh und macht auch alle kleineren guten Ansätze, die es natürlich auch in diesem Tatort gab, zu nichte.

3/10

Ansehen (Mediathek)
Regie: Claudia Garde
Buch: Jörg Tensing

Dominik Raacke, Boris Aljinovic, Ernst-Georg Schwill, Ina Weisse, Anna Wilecke, Johanna Ingelfinger

Erstausstrahlung: 18.11.2012

auch noch aktuell: „Tatort-Kritik: Mein Revier – Letzte Chance für Faber“

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